abhangigkeit und Ruhe der Seele. Und nicht ihre Körper, ihreGeister muffen dir theuer sein; diese bleiben dir, jener ist nachwenigen Jahren unfehlbar Staub und Asche. Gewöhne dich anihren Verlust zu denken, — denn früh oder spät erfolgt er gewiß!Versetze dich oft im Geist in die Lage, der Tod habe dir deineLieblinge einen um den andern geraubt. Und wenn du nun daeinsam ständest in der Welt, verwittwet und verwaiset — wohl,dein Herz möchte bluten! — aber wärest du dann unglücklich?Erhöbe dich dann der Gedanke nicht über den schwerstenSchmerz, der Gedanke: wir sind nicht getrennt! Groß istGott, groß seine Liebe, groß sein Vaterhaus, in welchem wirbeisammen wohnen! Wer seine Geliebten schon hier mit derAussicht auf die Ewigkeit liebt, daß wir dort immer bei-sammen wohnen, nicht hier, wo nur die erste Vereinigunggegründet ward; wer nur für die Ewigkeit lebt, und dahermit edler Gelassenheit seines eigenen oder des Todes seinerGeliebten denken kann: über den hat nur das Ewige, Wahr-hafte und Göttliche, nicht das verschwindende Irdische, Macht;der hat der Welt entsagt.
Gott, diese Weltentsagung, dies höchste Gelübde, bin ichstark und weise genug, es zu halten, und Dir geloben zu können?O wie glücklich, könnte ich dies! Dann hätte ja die ganze Weltkeine Gewalt an mir; dann stände ich frei und unerschrockengegen aste Uebel des Lebens ein; nein, dann läge für mich imSchoose der Zukunft kein Unglück mehr. Ich würde von Tagezu Tage sündenloser, ruhiger, beseligter! Ich wandelte danndurch die Welt wie Einer, den Du, o Gott, gesandt hast, Wohl-sein und Glück hienieden zu verbreiten eine kurze Zeit lang, umnachher wieder noch verklärter zu noch größern und ewigenWonnen hinberufen zu werden. Erst dann, Vater im Himmel,wäre ich Dein wahres Kind; erst dann, o Jesus, Messias, ich
Dein Jünger!-O Jesus, hilf, meine Sehnsucht ruft,
mein Geist strebt zu Dir empor! Stärke mich durch DeinesGeistes Macht! Herr, laß wohlgelingen! Amen.