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8 (1837) Das Reich Jesu auf Erden
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eines Reichbegüterten. Als seine Gemahlin wird sie nun, direhemalige Dienerin fremder Leute, Gebieterin über Andere.Schmuck und Glanz regen ihre Eitelkeit auf. Im Stromeglänzender Zerstreuungen verschwindet die ehemalige Einfaltund Dcmuth. Angcbetet, vergöttert von Lüstlingen, findet siedie nüchternen Liebkosungen ihres Gemahls keineswegs der Fülleihrer Schönheit angemessen. Sie findet die verdorbenen Sittender großen Welt bald minder anstößig, bald natürlich. DieSchamhaftigkeit erstirbt unter verführerischen Beispielen. IhreTugend entflieht. Zwietracht, Eifersucht und Zank begleiten diegebrochene Ehe. Das Haus der Freude wird zur Hölle. Ver-schwendung bringt Sorge; Unwahrheit bringt Verlegenheit;Betrug bringt Reue. Der Geist der Mutter lächelt nicht mehrsegnend, er ist ein schreckhaftes Gespenst. Die Beklagens-würdige, sie wußte ihr Unglück zu ertragen, aber nicht ihr Glück!

Ein rechtschaffener Mann hatte Begier nach Ruhm und Ehre.Sie zu erlangen, strengte er alle Kräfte an, die Hindernisse zubekämpfen. Durch diese Kraft, durch seine Redlichkeit war er derbesten Ehren werth, doch wurden sie ihm nicht zu Theil. DasUnglück verfolgte ihn. Seine Vermögensumstände wurdenwankend. Mehr noch, es starb ihm seine heißgeliebte Gattin,oder ein theures Kind; mit der geliebten Leiche wurden alle seineAnsprüche auf Lebensfreuden begraben. Der Gedanke des Todes,der schreckende Anblick von der Nichtigkeit alles Irdischen brachteihn von allen ehrsüchtigen Wünschen zurück. Er wollte nur gutsein, nicht groß und angesehen. Kalt gegen das, was ihn sonstentzückte, suchte er keinen äußern Werth, nur innern. Ebendieser, und die damit verknüpfte Bescheidenheit, Güte undDienstfertigkeit machten ihn zur Liebe Aller. Darum sprachenalle Stimmen laut für ihn. Er wird aus der Dunkelheit empor-gehoben, von Ehre zu Ehre geführt. Er sieht plötzlich alle seineVerhältnisse glänzend verwandelt. Er steht unter den Großenselbst ein Großer seines Landes. Ihm schmeichelt sein Glück.Der ehemalige Hang zur Ehrbegier findet sich übermäßig genährt.Mit Stolz blickt er auf die Tiefe nieder, aus der er emporstieg.Man schmeichelt seinen Verdiensten ; er findet in den StimmenVH. 2