heit des Gemuths, das heißt, nach der Gnade Gottes. — Undwer diese sucht, der wird sie finden.
Thut Buße und bekehret euch, oder, welches eben diessagen will, empfindet Reue und vervollkommnet euch. Werdetendlich, was ihr sein sollet. Machet den Adel eurer Seele zurHauptsache im Leben, und nicht den Leib. Entfernet eure Fehler,und übet euch in den ihnen entgegenstehenden Tugenden. Lebetund handelt gegen eure Mitmenschen, gegen eure Freunde, gegeneure Bekannten, gegen Unbekannte, gegen Feinde mit gött-lichem Sinn, und die Buße ist vollbracht, und die ewigeGnade umfängt euch. — Nicht aus knechtischer Furcht, sondernaus Ueberzeugung von eurem Verhältnisse zum künftigen Lebenund zu Gott dem Allheiligen, sollt ihr einen göttlichen Wandelführen; nicht aus knechtischer Furcht sollt ihr suchen vollkom-mener und Gott ähnlicher zu werden, sondem aus begeisternderSehnsucht nach Vollkommenheit und der' Gnade Gottes. —Können dem sterbenden Bösewicht die Thränen der Reue, dieer mit brechenden Augen weint, die Seufzer und Gebete, welcheseiner röchelnden Brust entsteigrn, plötzlich höhere Vollkommen-heiten erwerben, die er durch sein Leben verschmähte und nichterwarb? — Er stirbt, doch seine Seele bleibt, — aber auchGottes Gnade l..wt ewig! Der Sünder hatte sich selbst ge-richtet, doch Gottes Gnade verläßt ihn nicht.
Heilig, gütig, gerecht, o Gott! ist das ewige Gesetz DeinerGnade, in welcher sich Deine ganze Schöpfung bewegt. Ach,daß ich Unwürdiger solcher namenlosen Huld und Barmherzigkeitnur würdig werden könnte! Nein, ich werde es nie können, dennwas ich auch thue, was ich auch werde, Alles, Alles kommt mirja doch, hier und dort, nur durch Deine Gnade zu, nichts durchmein eigenes Verdienst. Und was ich auch des Guten thue,und wenn ich Alles hinopferte für die Tugend, ich thäte es, ichopferte es nur mir. Es wäre nie Verdienst um Dich, es wärenur Verdienst um mich selbst.
Wer sich von der Wahrheit, von der Tugend entfernt, derhat sich von Dir entfernt. Wehe, wie furchtbar straft sich der