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»SohnS ist in unfern Zeiten ein immerwährender Gegen«»stand des Streits; wir stellen mit jedem Jahre, ja mit»jedem Monate neue Glaubensformulare auf, um unerklär--»bare Geheimnisse zu erklären. Wir bereuen, was wir»gethan haben; wir vertheidigen diejenigen, welche cs»gleichfalls bereuen, und sprechen am Ende den Fluch über»diejenigen aus, die wir vorhin vcrthcidigten. Wir verur-»theilen entweder die Lehre Anderer in unfern eigenen Be«»Hauptungen; oder die Unsrigen in den Behauptungen An--»derer, und indem wir einander uns gegenseitig in Stücken»zerreißen, haben wir uns insgesammt unglücklich gemacht.»
Der Kaiser Konstantin verfolgte anfänglich die Arianer,indem er deren Schriften verbrennen und Arius verbannenließ. Allein der Kaiser trat endlich wieder auf die Seitederselben, weil die Synode zu Jerusalem sich für das Sy-stem des Arius erklärt hatte. Arius wurde daher feierlichzum Mitgebrauche des Abendmahls in der Kathedralkirchezu Konstantinopel eingeladen. — Die Anhänger der ortho-doxen Partie (Katholiken), Athanasius von Alexandrien,Eustatius von Antiochien, und Paul von Konstantinopel,wurden verjagt, und der Kaiser ließ sich von einem ariani-schen Bischof von Nikodcmien taufen. — Der Sohn undNachfolger des Kaisers (Constantius) folgte dem Beispieleseines Vaters, denn er ließ sich ebenfalls von einem aria-nischen Bischöfe taufen und wurde Arianer, woraus biszum siebenten Jahrhundert die wüthendstcn Kriege in Afrika,Asien und Europa, zwischen den Arianern und Katholikenhervorgingcn. Inzwischen fehlte noch eine Entscheidungüber die dritte Person in der Gottheit.
Die Homousier hatten sich von 367 bis 378 durch eineWiedervereinigung von 95 mazedonischen oder semiariani-schen Bischöffen verstärkt, aher die geheime Abneigung derletzter«: dir Göttlichkeit des heiligen Geistes