Druckschrift 
5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
Entstehung
Seite
487
Einzelbild herunterladen
 

alle Meere ertönt, und eine Krippe war sein erstes Bett!-So wollte Gott seine Größe offenbaren, daß er aus dem, wasdem Sterblichen das Niedrigste zu sein scheint, das AllerhöchsteHervorrufen kann. So schuf der Schöpfer einst aus dem Nichtsseine grenzenlose, herrliche Welt. So kündete Gott schon in JesuGeburtsstunde an, daß Jesu Reich, erhabener als alles Irdische,rin geistiges Reich sein solle, unabhängig vom Tand der Erde.

Darum soll mir das Geburtsfest meines Seligmachers immer-dar einer der heiligsten Tage niemes Lebens sein, an welchem ichdie Vorsehung Gottes bewundern und seine unendliche Wohlthatmit freudiger Dankbarkeit verehren will.

Nicht ohne Bedeutung ist selbst der Tag für mich, an welchemdie Christenheit dieses große Fest begeht er fällt in dasEnde eines verflossenen Jahres! der fröhlichste derChristenfesttage am Ende eines Jahres! So wird auch am Endemeines Lebens erst das schönste meiner Feste erscheinen, meineGeburt für ein besseres Leben!

Die Feier der Geburt Jesu am Ende eines Jahres, das nunmit allen meinen Thaten, meinen Freuden, meinen Thränenins Meer der Ewigkeit untergesunken ist, mahnt mich mit stillemErnst daran, ob ich denn auch Ursache habe, mich derGeburt Jesu zu freuen? War denn der Weltbeglücker auchfür mich geboren, oder lebte ich bisher, als wäre er me geboren?Habe ich den Zweck erfüllt, deswegen er in die Welt kam, daßich zur Wiederkehr seines Geburtsfestes jauchzen kann?

Ich will an diesem Tage die Menschwerdung Jesu mit derBetrachtung meines Lebenswandels im verflossenen Jahre feier-licher machen. Vielleicht ist es das letzte Mal, daß ich auf Erdendiesen heiligen Tag sehe. Vielleicht wehen schon Winterstürmeim künftigen Jahre am Weihnachtsfcste um meinen Grabhügel.Denn ach, wie mancher meiner Bekannten und Freunde sank,ehe er den Schluß dieses Jahres sah, in die kalten Todesarme!Ich lebe noch! ich darf noch das Wonncfest der Christen aufErden feiern.

Und wie ist es mit mir im Laufe des nun zur Neige gehendenJahres geworden? Bin ich ein würdigerer Schüler meines Herrn,