riefen sic auch da noch.
Aber die spätem Jahre kamen, die Tage des reifen männ-lichen Alters, wo die schöne jugendliche Begeisterung zu ver-schwinden pflegt, und Emst und Nachdenken die Stelle derselbencinniinmt. Das Gewühl der Städte, die Stille der Einsamkeit,die Gefahren, denen sie entgegen gingen, Alles reizte sie zurUcberlegung. „Wofür," konnte Mancher von ihnen bei sichdenken, „ wofür opfere ich die Ruhe meines ganzen Lebens hin?Wofür habe ich denn Vaterland, Freunde und die Hoffnungeines sorgenlosen Greisenaltcrs verloren? Wer weiß, ob nichtschon die meisten übrigen Mitjünger sich zurückgezogen haben, obich nicht vielleicht noch der Einzige bin, der hier für den Glaubenan Christum lebt und leidet." So konnte Mancher denken.Doch Keinen machte auch im spätem Alter irgend eine Rücksichtvon seiner Treue an Jcsum abwendig. Jeden bestärkte nur dieUcberlegung dessen, was der Welterlöser war, wie er lebte undlehrte, in seiner Bewunderung und Treue; Keiner glaubte schongenug gethan zu haben; Keiner fand in den Lehrsätzen andererSchulen und Religionen das Wahre, das Vergöttlichende, wiein dem durch Jesum der Welt geoffenbarten. Geheimnisse Gottes,in welchem, wie sich Paulus der Apostel ausdrücktc, verborgenliegen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntniß. (Kol. 2,3.)Alle blieben gleichen Sinnes gegen den längst verschwundenenFreund, und überzeugten sich durch ihr Nachdenken immermehr, das in ihm wohne die ganze Fülle der Gottheit leib-haftig.
Schmach und Verkennung war der Lohn ihrer Mühen.Sie stritten mit Mangel und Blößen. Man verspottete sie baldals thörichte Schwärmer, verfolgte sie bald als Aufrührer.Sie lagen in Ketten und Banden. Das Defängniß war oft ihrRuheort. Nicht die Zartheit ihrer Gefühle, nicht die Erhaben-heit ihrer Tugenden, nicht das übernatürliche Licht, nicht diemajestätische Gewalt ihrer Beredsamkeit, rettete sie vom Unter-gang, den ihnen die verblendete Welt schwor. Doch mit himm-lischer Ruhe sah man sie in den Stürmen des Lebens stehen.