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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
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haften. Denn Gott selbst ist ein Vater der Gerechtigkeit, er istdas heiligste der Wesen.

Es ist bei der Kurzsichtigkeit der Menschen und bei ihrenleidenschaftlichen Neigungen unmöglich, daß sie alle immersogleich das, was gut und recht ist, in seinem vollen Wcrtheanerkennen. Weil jeder seine von andern verschiedene Er-fahrungen und Ansichten hat, und weil er nur nach diesen das-jenige beurtheilt, was er sieht, geschieht cs gewöhnlich, daß erAlles für falsch, irrig und schlecht hält, was mit seinen bis-herigen Vorstellungen nicht übereinstimmt. Wenn dann dazunoch der traurige Hang der Menschen kommt, lieber von Anderndas Schlechte zu glauben, als das Gute: so erklärt man sich csleicht, wie auch viele Rechischaffene in ihrem besten Willenverkannt, und viele Unschuldige ein Gegenstand der Verleumdungund des unverdientesten Hasses werden können.

Leiter ist selten die Tugend gewöhnlicher Menschen starkgenug, sich nicht unter unerwarteten Stürmen zu beugen. Siekönnen es nicht ertragen, sich einer gerechten Sache willen ver-folgt zu sehen. Ihr Herz wird entweder von Feigheit erfüllt,und sie lassen ihre gute Sache fahren, um nur die Gunst ohn-mächtiger Menschen nicht zu verlieren; verläugnen die Tugend,weil sie ihre Bequemlichkeit nicht verläugnen mögen; oder siegerathen in einen entgegengesetzten Fehler, in den des Menschcn-hasses, der tiefen Erbitterung und Verachtung ihrer Zeitgenossen.So verderbte schon Mancher durch unzeitige Heftigkeit undleidenschaftlichen Sinn das Gute selbst, was Andere aus Be-schränktheit der Einsicht verhindern wollten, zu thun. So wardmancher Gute, der sich freiwillig für die Tugend hingeopfcrthaben würde, wenn man nur seine redlichen Absichten an-erkannt hätte, aus Mißmuth fahrlässig, oder weil er engherzigeSelbstsüchtlinge nicht von der Güte seiner Zwecke überzeugen zukönnen meinte, ganz das, was die waren, welche er doch vorhermit Recht verachtete.

Dies aber ist nicht die Handlungsweise des ächten Christen,der im Geiste seines großen Lehrers wandelt, dessen Vorbildihm immerdar vorschwebt. Er vergißt nicht dessen, was Jesus,