437
Durch dieses Dein Wort, durch diesen Deinen heiligenGlauben, dessen ewige Wahrheit Du mit Deinem heiligen Blutebesiegelt hast, bist Du, o Jesus, mein Heiland, mein Selig-macher geworden; hast Du mich von der Finstcrniß des Jrr-thums, von der Gewalt der Sünde, von dem Schatten undder Furcht des Todes erlöset.
Eine durch Dich verklärte Geisterwelt betete vor dem Thronedes himmlischen Vaters, und stammelte ihm, dem Anbetungund Preis gebührt von Ewigkeit zu Ewigkeit, ihren Dank fürDeine Sendung; eine durch Dich beseligte Welt lag zu DeinenFüßen; ein durch Dich veredeltes und besser gewordenesMenschengeschlecht lag in einer Reihe von Jahrhunderten vorDir — und was that die Welt für Dich, o mein Erlöser, derDu so viel für sie gethan?
Schmach und Hohn, Verfolgung und Spott, Armuth undElend — der Tod am Kreuze war Dein Lohn! Mit Blindheitgeschlagen, mußte sie Dich verkennen. Sie erwartete von Direine hohe, irdische Macht, und Du bereitetest ihr ein himmlischesReich. Sie wollte Dich in Palästen und auf Thronen sehen;Du zeigtest, der göttlich-denkende Mensch bedürfe auch in derNiedrigkeit des Staubes keines andern Glanzes, um erhabenzu sein.
Da verließ Dich des Volkes blinder, wankelmüthiger Haufe,und in seiner irdischen, eiteln Erwartung getäuscht, machte erseine eigene Schuld zu Deinem Verbrechen.
Da verließ Dich Deiner eigenen Jünger einer. Judas,Len Du ausgenommen hattest unter die Freunde deines Herzens,Judas, dessen Wohlthätcr, dessen Bruder, dessen Vater, dessenLehrer Du gewesen warst —- er verließ Dich, er ging vonDeinem Tisch, vom Mahle Deiner Liebe hinweg, um Dich fürrin schnödes, verruchtes Geld zu verrathen. Schon suchten DichDeine Feinde, schon war die furchtbare Verschwörung gegenDein heiliges Leben gemacht. Es fehlte nur noch ein Verräther,Der Dich in ihre Hände ausliefern könnte — und er war ge-sunden mitten unter den Dcinigcn.