Druckschrift 
5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
Entstehung
Seite
423
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Gefühl ihrer Unheiligkeit. Vergebung, Vergebung! So er-schallt es aus tausend bangen Herzen hervor zu Dir, Erbarmerder Welt; denn unsere Fehler und Missethaten sind groß, aberDeine Güte ist noch größer, als unsere Gebrechlichkeit. Ver-gebung , Vergebung! So ertönt es von tausend Dir geweihtenAltären, und der Gnade flehende Blick wendet sich zum BildnißJesu am Kreuze, der noch im Tode rief: Vater, behalte ihreSünden nicht, sie wissen nicht, was sie thun! Vergebung, Ver-gebung! So stöhnt der Seufzer von tausend Sterbebetten, denein brechendes Herz, eine erstarrende Lippe zum Himmel emporseufzet.

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wirvergeben unfern Schuldnern!

Ja, Du vergibst, Erbarmer der Welt; Du heilest, diegebrochenen Herzens sind, und verbindest ihre Schmerzen.(Ps. 147, 3.) Auch mir behältst Du meine Sünden nicht, undüberschüttest mich alle Tage mit neuer Gnade. Du kennest meineGebrechen, Du kennest meine Schwachheit, aber Du bist auchZeuge, wie ernstlich meine Seele ringt, besser und heiliger vorDir zu erscheinen.

Du bist mein Erbarmer, Vater, auch mein Erbarmer! Niesoll mich Schwermut!) wieder zu Boden drücken. Ich habeZuversicht zu Deinem Worte; ich kann an Menschentreue, anmenschliche Gnade den Glauben verlieren, aber an Deine Treuewill ich den Glauben nie verlieren, nie an die Ewigkeit D e i n c rGnade. Ich will Dein Erbarmen preisen den Betrübten, ichwill aufrichtcn mit Deines göttlichen Wortes Kraft, die eineszerschlagenen und gebeugten Herzens sind.

Jesus, der Du für mich starbst; Jesus, der Du für michlebst, für den sich Gott der Welt erbarmte! Du lehrtest michsein voll unerschrockener Zuversicht, voll freudigen Vertrauensauf Gott. Du hattest diesen Gottesmuth noch in der Todes-stunde, da Dich die Sünden der Welt belasteten. Und dies istnun die heilige Erbschaft, die wir von Dir empfangen haben.

Und wenn in bangen Stunden meine Kräfte mich verlassen,wenn mein Glaube schwanken will, wenn mein Vertrauen zittert: