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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
Entstehung
Seite
406
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welche sich bisher von dir entfernt hielten. Denn wer könnte denhassen, von welchem er sich geschätzt sieht? Du wirst von Freun-den umringt sein, wo du vorher einsam standest.

Indem du es zu deiner Lebensvorschrift, und aus dieser endlichzu deiner andem, heiliger« Natur machst, dein Auge abzuwendenvon den Fehlern des Nächsten, und immer nur hinzulenken aufseine guten Eigenschaften, wird dich die Gewohnheit, immer anAndern das Gute zu sehen, selbst gut machen. Die Tugenden,welche du in ihnen bewunderst, werden dich begeistern, ihrerselbst theilhaftig zu werden. Siehe auf das Reine, und duwirst Abscheu vor dem Unreinen in dir empfinden.

Allerheiligster, o reinster Quell alles Guten, Gott! nurwer reines Herzens ist, der darf mit kindlicher freudiger Zu-versicht und Hingebung zu Dir emporschauen. Ach, noch war ichnicht, der ich sein sollte; noch befleckte viel Tadelnswürdigesmeine Denkart; noch hätte ich gern diesen und jenen Fleckenmeiner Seele Dir, Allwissender, ja mir selbst verbergen mögen,

wie ich ihn den Augen anderer Menschen verhüllte.-Wann,

o wann wird die Zeit kommen, da ich, ohne über mich zu er-röthen, rein gebadet im Strome der Himmelswahrheiten Jesuvon allen Flecken und Sünden, vor Dich mit dem seligkeitvollcnRuhm der Unschuld hintreten kann! Wehe, sollte sie denn niekommen? Du hast mir ja Kraft dazu verliehen, Du hast mirMuth und Mittel dazu gegeben, Du hast mir Jesum DeinenGeliebten gegeben ach, soll dies Alles vereinigt nicht meineSeelenunschuld wieder bereiten können? Was mangelt mirnoch dazu? Nur der große, heilige Wille. Und dieser Wille,jetzt gebunden durch irdische Rücksichten, durch die Gewohnheitan meinen unvollkommenen Zustand, soll frei werden von denschmachvollen Fesseln. Dein heiliger Geist, o Gott, wie er nurdurch Jesu Leben und Wort in die Seele dringt, heilige mich zuDeinem Kinde, zu meiner Seligkeit, zu Deinem Willen! Amen.