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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
Entstehung
Seite
400
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Und rein soll der Christ sein. Jesus fordert es. Erselbst ward das Urbild menschlicher Heiligkeit, das heißt, dergrößten Reinigkeit von allen Fehlern; denn dies ist es,was das göttliche Wort durch heilig bezeichnet. Ein reinerGeist ist ein solcher, der in seinen Handlungen keine Richtschnurhat, als das göttliche Gesetz der Geister, wie es Jesus gegebenund unsere Vernunft ehrt; der folglich sich in feinem Thunund Lassen keine sinnliche (fleischliche) Begierden und Leiden-schaften erwachsen läßt. Ein Geist, ganz rein vom Irdischen,wäre ein vollkommener, heiliger Geist. Aber, spricht Jesus,Niemand ist heilig, denn Gott allein!

Und rein ist, was Gott schuf; denn was er gab, ist einZeugnis; seiner Weisheit und Güte, ist Mittel zu unserer Glück«scligkeit. Nur wir sind es, die wir durch unsere Leidenschaftenauch das Reinste beflecken, durch den Mißbrauch der Gaben deSgroßen Gebers auch den Balsam in Gift verwandeln, und durchunser Vorurtheil auch das Heilige zum Unheiligen machen.

Nicht der Umgang mit Sündern, nicht die Freundschaftmit fremden Religionsgcnossen, nicht der Genuß dieser oderjener Speisen, verunreinigt den Menschen; sondern der böseZweck, welchen er damit verbindet, der Mißbrauch, welchener davon für sein Herz macht. Was zum Munde eingehct,lehrte Jesus, verunreinigt den Menschen nicht, sondern wasvom Munde ausgehet, das verunreinigt den Menschen. (Matth.15, 11.) Durch den Mund aber werden offenbar unsere umheiligen Begierden und die Verdorbenheit unsers Herzens. Dennaus dem Herzen kommen arge Gedanken, Mord, Ehebruch,Hurerei, Dieberei, falsche Zeugnisse, Lästerung. Das sind dieStücke, die den Menschen verunreinigen. (Matth. 15, IS.)

Als Christen sollen wir nach jener Heiligkeit des GemüthSstreben, die Jesus selbst zum Muster für uns trug ; nachjener Unschuld der Kindheit, ohne welche Niemand in seinReich treten kann.

Wer dieses Glück errungen, wird mit Entzücken die wunderebare Macht der Tugend erkennen; er wird die Welt verwandeltsinken, indem er sich doch nur selbst zu ändern glaubte; er wird