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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
Entstehung
Seite
393
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an Thaten der Güte, des Wohlwollens und der Beförderungallgemeiner Zufriedenheit. O, wer der Glückliche ist, welchermit solchem Bewußtsein den Tag seiner Geburt für diese Weltfeiern kann: mit welchen Empfindungen wird er den ersten Tagseiner Geburt für ein höheres, seligeres Leben feiern! Ach, daßauch ich es könnte! Daß auch für mich der Antritt jedes Jahrsaus meinem Lebenslauf nicht bloß eine Stufe in der Zeit,sondern eine merklich höhere Stufe zu meiner Vollkommenheitwäre! Daß ich doch nie darin einen Rückschritt, nie einenStillstand bemerkte! Denn, wehe, die Zeit steht nicht still,und verlorne Jahre sind ewige Verluste an meinem Glück!

Hat der Christ an seinem Lebensfeste dankbar den Blick aufden Schöpfer gerichtet: auf wen könnte dann dieser Blick eherfallen, als auf die Acltcrn, deren er sich als Mensch zu erfreuenhatte! Gott gab sie ihm. Sie waren es, welche die jungePflanze zärtlich vor allen Stürmen zu hüten suchten, damit siezu eigener Kraft gedeihe. Sie waren es, welche für ihn Kummerund Sorge trugen, ehe er selbst von Kummer und Sorge wußte.Sie waren es, welche ihn mit tiefer Innigkeit liebten, ehe erLiebe wiedergcbcn konnte.

Vater und Mutter, waren sie nicht die Stellvertreter desHimmels für euch? waren sic nicht die Auserwählten aufErden, in deren Hände Gottes Hand mein Leben und Wohl, alsein anvertrautcs Kleinod, legte? O Mutter, Mutter! deineThräne, die du einst über meiner Wiege weintest, wie kann ichsie vergelten, wie die Angst an meinem Krankenlager, wie dieschlaflosen Stunden deiner sorgenvollen Nächte um mich? -o Mutterherz, wie dein unaussprechliches Wachen über meineSeele, wie deine Seufzer, deine Bitten zum Himmel für mich?Du hast dich selbst vergessen, weil du nur an mich dachtest; duhast deine Gesundheit gering geachtet, weil dir die meinige theuerwar. Und du, o zärtliches, treues, vielbekümmertes VatersHerz, bin ich weniger dein Schuldner? Vater, das Brod, welchesLu im Schweiße deines Angesichts erwerben mußtest, hast du csnichr mit mir gcthcilt? Ist es nicht der Segen deiner Anstrengungen,von dem ich jetzt genieße? Ist es nicht die Frucht deiner Lehre^drines Lebens, daß ich jetzt mich einer bessern Erziehung freue?