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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
Entstehung
Seite
370
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gleich Ackern nnd Erzieher bereitwillig und vermögend, ihn jederbeliebigen Berufsart zu weihen, können sie doch nicht wahr-nehmen, zu welcher er dermaleinst am besten taugen werde.Ja, es ist oft der Fall, daß, wenn dem Jüngling ungehindertdie Wahl seines künftigen Berufes überlassen wird, er, sichselber verkennend, denjenigen Stand ergreift, zu welchem ernachher am allerwenigsten taugt, wenn sich seine Kräfte voll-kommen entfaltet haben.

Doch im Ganzen sind solche Fälle nicht allgemein,sondern nur Ausnahmen vom Laufe der Dinge im genreinenLeben. Und was hier die Hand der göttlichen Vorsehung an-ordnete , hat unstreitig seine l-vhern und guten Zwecke für dieMenschheit, wenn der Mensch selbst nur weise genug ist, siczu erkennen, und kräftig genug, sie zu erreichen.

So ist es geschehen, daß zuweilen mancher vortreffliche,geistreiche Kopf, weichet fähig gewesen sein würde, Länder undVölker weise zu regieren, oder die Wissenschaften auf eine höhereStufe zu erheben, durch widrige Ereignisse getrieben wurde,sich dem Ackerbau oder einem Handwerk zu widmen. Hatte erein Recht, die Unbilligkeit seines Schicksals anzuklagen? Odersollen wir, wenn wir solchen scheinbaren Widerspruch erblicken,die Weisheit Gottes in Vertheilung seiner Gaben tadeln?Mit nichten ! Eben dieser geistreiche Landmann verbesserte durchneue Erfindungen den Anbau der Erde; eben dieser talentvolleHandwerker vervollkommnete seine Kunst auf eine bisher un-bekannte Weise. Dazu waren ihre vorzüglichen Kräfte bestimmt;sic sollten zur Vermehrung irdischer Glückseligkeit des Menschen-geschlechts auf einer Stelle beitragen, wohin seltener ausgezeich-nete Geister kommen. In den Schöpfungen Gottes und in derLeitung der Schicksale ist immer ein erhabenerer Plan, als wir er-warten und glauben. Nichts ist Zufall. Auch die kleinste Pflanzehat ihren besonder» Standort nicht ohne Absicht empfangen,und ein Stein liegt nicht vergebens im Felde, wo er liegt.

Aber des Menschen Kurzsichtigkeit ergründet die sinnvollenAbsichten des Weltregenten nicht immer; und thörichter Eigen-dünkel, welcher immer eine Frucht der Unwissenheit ist, tadelt