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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
Entstehung
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die Achtung für fremde Größe und fremde Hoheit. Ermunteredich selbst, Alles zu fein, Nichts zu scheinen, und in der Ein-samkeit ganz derselbe, wie im öffentlichen Leben, dazustehcn!Trenne dich selbst von sittenlosen Menschen, die, abgeschält vontugendhaften Grundsätzen, nichts Gutes kennen, als Sinnen-kitzel, nichts Gerechtes, als den eigenen Nutzen, nichts Wahres,als das Spiel der abwechselnden Umstände.

Ich will es! Allgegenwärtiger Gott, Dir sei es gelobt,ich will es! Ja, unversehrt bewahren will ich das himmlischeGefühl für wahre Ehre und wirkliche Schande, welches Du inmeine Brust legtest, und das sich in einer reinen Schamhaftigkeitäußert. Nicht vor fremder Unthat allein will ich erröthcn, sondernvor der Unwürdigkeit meiner eigenen Vorstellungen und Be-gierden.

Wie könnte ich, o Du Allerreinster, glauben in dir zuleben, wenn ich meinen Geist mit den Sünden niedriger Lustund unerlaubter Begierden besudelte? Wie könnte ich aus demSchlamm thierischer Wollust meinen Blick zu Dir erheben, oDu Allerheiligster?

Mag eine verdorbene Welt immerhin der Strenge meinerSitten spotten,"und des Ernstes meiner Grundsätze es sinddie Grundsätze des Welterlösers Jesu; cs sind die Grundsätze,ohne welche Seelenruhe, häusliche Glückseligkeit und Wohlfahrtganzer Völker verderben; es sind die Grundsätze, welche meinemGeiste die Wege zur ewigen Vollendung öffnen!

Und wenn ich in ihnen erschwache, wenn die Gewalt unedlerLeidenschaften mich betäuben will o Gott, gib mir Kraft,daß ich dann im Sturm der Sinnlichkeit nicht erliege, daß ich' meiner würdig bleibe.

Laß Deiner Wahrheit reines LichtUns / Reiner, nie verlieren;

Uns stets vor Deinem AngesichtMit Scham und Unschuld zieren;

Uns Schmcichlcrstimmen schnell entzieh»/

Den ersten Reiz der Wollust fliehn/

Und durch Gebet bewahren!