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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
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oder der Jesasreligion. Es verklärt sich aber unser Geist, wenner sich von allem Unreinen läutert, welches aus dem Irdischengleichsam in ihm aufsteigt, und das Göttliche in ihm> denn erist geschaffen nach dem Ebenbilde Gottes trübet und ver-dunkelt. Diese Läuterung geschieht durch siegendes Hervorgehendes Geistes aus dem Schlamme der Alltagssorgcn, der Alltags-wünsche, der Alltagsbegierden und aller derjenigen unanständigenGefühle, welche mit seiner Gotthaftigkeit im Widerspruch stehen.Der Geist aber, eben weil er aus Gott ist, weiß sehr gut, wasseine Klarheit verdunkelt und seine Würde zerstört. Und selbstwenn er sich von seinen thierischen Lüsten, von den wollüstigenReizen seines Leibes, von der Zornmüthigkeit desselben, vonder Ehrsucht oder dem Neide seines Herzens an der Sklavcn-kette führen läßt, schämt er sich doch dieser Fessel. Er sehnt sichgleichsam nach Reinheit, Freiheit und Gottähnlichkeit selbst imRäuber, Mörder, im verworfensten Verbrecher. Er kann, sotief er auch im ttnflath des thierischen Treibens und Lebens ver-sinkt, und so sehr er auch Alles verlernen kann, nie verlernen,wer er ist, wer er sein sollte und sein könnte, und von welcherhohen Abkunft er sei.

Siche, die dunkle Aöthe der Scham, welche die Wange dessenfärbt, der sich eines Vergehens bewußt ist, und in demselbenerkannt zu werden fürchtet, ist der edle Zorn des Geistes widerseine eigene Unwürdigkeit; jenes Niederschlagen der Augen beidem Schuldbewußten ist die Selbstverachtung und Selbstanklagedes Geistes, der seine Sehnsucht nach Gottähnlichkeit nichtganz überwinden kann. Jede stille Angst des Ungerechten, jedesErschrecken des Verbrechers, jedes Streben des Sünders, seineSchande zu verhüllen, ist der stille Zorn des entehrten Geistes,und sein Widerspruch gegen die Sünde, welche ihn verdüstert.Alle Kunst der Thiermenschen ist vergebens, sich ganz zu ver-thieren und ihrem göttlichen Ursprung zu entsagen. Immerdarredet gewaltig und laut die Stimme eines höhern Wesens Lnihnen; das Gewissen ist die Zunge des Geistes.

Und er hat keinen Frieden, bis er gesiegt hat. Jedes Unter-liegen unter der Macht der Sinnlichkeit vermehrt sein Elend.