Joh. t6, 33.
Nur, Jesus, Deine Weisheit nur,
Gibt Blinden Kraft, zu sehen;
Sie lehrt das Loblied der Natur,
Der Schöpfung Ruf verstehen;
Durch ihren heil'gcn UnterrichtWird erst des Lebens Dunkel Licht,
Den Schöpfer zu erkenne».
Drum wohne hier! o strahle reinIn dieser heil'gen Stille,
Daß in des JrrthumS Nacht Dein ScheinDie Wahrheit uns enthülle:
Aus Deinen Tempeln ström' er aus,Ström' Heiterkeit in jedes Haus,
In jede niedre Hütte!
habe ich mit euch geredet," sprach Jesus zu seinenJüngern, „solches habe ich mit euch geredet, daß ihr in mirFriede habet. In der Welt habt ihr Angst; aberseid getrost, ich habe die Welt überwunden!" (Joh.16 , 38 .)
Wie soll ich diese merkwürdigen Worte des heiligen Welt-lehrers verstehen ?
Er spricht, darum habe er geredet und gelehrt, daß wirFrieden in ihm haben. Frieden in ihm, das heißt, nicht inseinem Leibe, sondern in seinem Geist, in seiner großen,heiligen Denkart, in seinen Verhältnissen zur Welt und zurGottheit, die auch unsere Denkart und unsere Verhältnissewerden sollen. — Frieden sollen wir in ihm haben — aber mitwem? Denn wo Frieden eintreten soll, muß eine Entzweiungvorangegangen sein. — Frieden mit Gott, dem Vater, demAllerheiligsten; Frieden mit unserer ewigen Bestimmung, mituns selbst. Denn mit stch selbst, mit seiner ewigen Bestimmung,mit Gott lebt der sündige Mensch in Feindschaft. Nur in Jesufindet er Aussöhnung und Frieden.
Frieden in Jesu ist die Selbstvcrklä rung des mensch-lichen Geistes schon auf Erden, durch die Macht des Glaubens