Druckschrift 
5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
Entstehung
Seite
291
Einzelbild herunterladen
 

291

Frömmigkeit schuldig sind. Führen deine Lehrer einen vor derWelt untadeligen Wandel: o so glaube, daß ihr Herz noch bessersein könne, als ihr äußeres Thun vcrräth. Ahme ihnen nach,lebe tadellos, und wirke des Guten in der Stille noch mehr,als dein äußerliches Betragen bermuthen ließe.

Sei ihr Freund. Stimme nicht in den Scherz der herzlosenSpötter gegen diejenigen, welchen ihr Amt hundert Ent,behrungen, vielfache Aufopferungen aufcrlegt, ohne das Gute,welches sie stiften, hinlänglich vergelten zu können.

Bist du vermögend, dann befördere, so viel du vermagst,ihr irdisches Wohlsein, wie sie das Glück deiner Seele, dieErleuchtung deines Geistes befördert haben. Selten sind siereich, weil sie den größten Theil ihres Habes und Erbes zuihrer eigenen Ausbildung und Vorbereitung hingcben mußten.Beschränkt durch die Verhältnisse ihres Standes, sind sie nichtin der Lage, wie der Künstler, der Kaufmann, der Hanl werkcr,ihr Ekzenthum vergrößern zu können durch besondern Fleiß.All ihr Fleiß kommt nicht ihnen, sondern nur dir zu gut; undje eifriger sie ihren heiligen Pflichten leben, je wohllhätigerwerden sie dir und mir und Allen, aber je weniger können sieum sich selbst sorgen. Hat ihr Wort des Trostes schon deineThränen gestillt, o so kannst du auch ihren verschwiegenen.Kummer um häusliche Noch beruhigen. Hat ihr Wort dich oftin Verlegenheiten oder Verzweiflungen das beste Theil erwählengelehrt, dem du nun den Frieden deiner Tage, die Heiterkeitdeines Lebens schuldig bist vielleicht kannst auch du durch dieGaben, mit welchen dich dem Gott gesegnet hat, ein Engel desFriedens für sie werden.

Aber am schönsten lohnst du deine Lehrer, nicht durchfreundliche Geschenke und Ermunterungen, sondern durch dasWerk der Weisheit, durch die Thaten der Liebe und Frömmig-keit, welche ihrer Lehren ewig bleibende Frucht sind. Gehe hin,thue, was sie im Namen der ewigen Weisheit dich zu thunbaten; erfülle, was sie dich lehrten; wandte den heiligen Weg,welchen sie dir zeigten: und ihr Leben war nicht mehr umsonstunter den Sternen; sie haben etwas Vollendetes geleistet. Ach,