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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
Entstehung
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Darum wird das Evangelium oder das Reich Gottes, in derheiligen Schrift und von Christo selbst, auch vielmal dasHimmelreich genannt. Dieser Ausdruck ist noch lebendiger.Er sagt zu gleicher Zeit, es sei ein Reich himmlischer, heiligerGesinnungen; es fei ein Reich himmlischer, unaussprechlicherBeseligungen; es sei ein Reich, das nicht für das Erdenlebewgegründet worden, sondern mit und in dem Himmel dauert,und mit unvergänglicher Herrlichkeit lohnt.

Dies ist das Reich Gottes, welches aber, wie Paulus lehrt,nicht steht in Worten!

Aber was ist bisher Vielen das Evangelium, das Christen-thum, die Religion gewesen? Ihr Gottesreich bestand mWorten. Sie haderten über allerlei Meinungen. Sie suchtenin der heiligen Schrift allerlei Auslegungen und Bedeutungen.Sie machten allerlei Glaubensbekenntnisse. Sie stritten um dieunergründlichen Geheimnisse der Gottheit und der GeschichteHess, Christi. Sie sonderten sich von einander ab; trennten sichin Parteien; verdammten sich g^s7.st;7ig; verwüsteten dasGottesreich mit Zorn, Haß und Rache, und den entehrendstenVerbrechen und Gräueln. Dahin führt das Wort, wennihm der Geist mangelt. Der Buchstabe tödtet, der Geist machtlebendig.

Es besteht das Reich Gottes nicht in Worten, nicht in Zwer-seln und Grübeln und Klügeln über die wichtigen Wahrheiten,oder über das, was nie der beschränkte Menschengeist ergründenkann. Der hat Christum noch nicht begriffen, wer den Vorzugseiner Religion in Formeln, in langen und kunstvoll zusammen-gesetzten Glaubensbekenntnissen, in sinnreichern und gelehrten:Vorstellungen sucht und zu finden vermeint. Mannigfaltkg, wiealle von Gott geschaffenen Wesen, find auch die Gemüthskräftedes Menschen. Diese Mannigfaltigkeit ist des ewigen VatersGesetz in der Schöpfung. Der Eine hat mehr Scharfsinn, derAndere mehr Einbildungskraft; der Eine mehr Gefühl, derAndere mehr ruhigere Ueberlegung; der Eine mehr Urthei!s>kr^ft, der Andere mehr Erfahrung. Indem der Schöpfer nunseine Gaben alle ungleich verthcilte, damit Einer dem Andern