Druckschrift 
5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
Entstehung
Seite
263
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28.

Das Evangelium eine Kraft GottcS.Zweiter Thrtl.t. Kor. 20.

Kraft Gotte»/ Evangelium!

Du/ hoher Seelen höchster Ruhm!

Durch dich gestärkt sieht JedermannDen Sturm der Welt mit Ruhr an.

Kraft GotteS/ Evangelium!

Du wandelst uns das Leben um /

Verklärest uns den Staub der ZeitZn wunderbarer Göttlichkeit. -

Kraft GotteS/ Evangelium!

Du führest uns zum Heiligthum/

' Ws Gott hoch über Sternen thront/

Wo Seligkeit und Liebe wohnt.

Kraft GotteS/ Evangelium!

O werde du mein Heiligthum!

Frei bin ich dann / und gut und rein/

Und würdig/ GottcS Kind zu sein.

Äbarum verzagen so viele gute Menschen an ihrer eigenenReligion, und daß sie ihnen nicht jene Freude gewährt, welcheGlücklichere in ihr gefunden haben? Warum treten ihrer soViele muthlos zurück, ehe sie sich in ihrem Glauben vollenden,und Christen werden ganz in Jesu Christi Geist und Sinn?Warum wenden sich ihrer so Viele von religiösen Gegenständenhinweg, wohin sie doch immerdar von ihrer eigenen innernSehnsucht gerufen werden, und denken: Jeder Mensch hatseinen eigenen Geist. Was Andern taugt, das taugt mir nicht.Cs gibt nichts, was Allen gleich wohlthuend zusagt, was fürAlle gleich erhebend und beglückend ist. Ich muß nur meinenGlauben selber bauen.

Wie? kannst du zweifeln, daß es hohe, seligmachendeWahrheiten gebe, welche zu allen Zeiten, in allen Ländern desErdballs, für die gesammte Menschheit gleich unbestreitbarwerthvoll sind? Kannst du zweifeln, wenn dir dein eigenesBewußtsein, vereint mit der ganzen Weltgeschichte, widerspricht?