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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
Entstehung
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vergebens geschaffen, und kein Zufall warf den Begriff vonEwigkeit in die Welt. Es kommt der Tag, der dir den zweitenBuchstaben entschleiert. Handle, glaube mulhig darauf hin er kommt vielleicht dir schon vor deinem Tode.

Das entgegengesetzte Uebel von der Krankheit, mit derEinbildungskraft das Unendliche durchfliegen oder mit dem ein-geengten Verstände das Höchste ermessen zu wollen was endlichnothwendig zur Zweifelsucht entarten muß ist: wenn derMensch seine Religion in bloße blinde, schwärmerische Gefühlesetzt, und wähnt, vermöge beständigen Betens, beständigenSelbstbeschaucns, beständiger Herzenszerknirschung in das Aller-heiligste einzudringcn. Er findet sich hier abermals im Wider-spruch mit seiner eigenen Natur und der Welt. Er sehnt sich nachRuhe, nach innerer Seligkeit, nach Vereinigung mit Gott, undfindet sie nicht. Denn er bemerkt zu seiner Betrübniß, daß seineAndacht nicht immer die Inbrunst hat, die er ihr wünscht: daßseine Gefühle oft wider seinen Willen erkalten, daß er sich selbstoft keinen einzigen Tag gleich sei. Darüber erschrickt er. Er ver-liert mehr Ruhe, als er findet. Er fängt an, an seiner eigenenSeligkeit zu zweifeln, und daß er je zur Gnade gelangen könne.Er hält sich für verstoßen von Gott, für allzuirdisch und un-würdig. Seine Reue wird wieder inniger, sein Gebet feuriger,seine Andacht stärker; und dann nach einigen Tagen finkt erLn die nämliche Kälte zurück, und wird muthloser an seinemHeil, als er jemals gewesen. Er ergibt sich bangen Zweifelnan Gottes Huld und Barmherzigkeit.

Der Unglückliche! er ist es durch sich selbst. Er ist es,daß er die Macht der Religion in bloßen Gefühlen, und mitgetrennten Kräften sucht, nicht auch im ruhigen Nachdenkenüber sich, über seine gebrechliche Natur, über den Gang desLebens. Dann würde er erkennen, daß man unmöglich zu allenZeiten gleich gestimmt sein könne; daß der Mensch seine eigenenEmpfindungen und deren Lebhaftigkeit nicht immer in seinerGewalt habe; daß körperliche Umstände den meisten Einfluß aufunsere frohe oder traurige Stimmung, auf unfern Ernst oderunsere Zerstreuung haben; daß Gott selbst dies also in uns mit