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keit für sie abstumpfen. Dort ist es, wo der Hang zur Eitelkeitoder zur Habsucht, zum Lieben und zum Hassen, zur Ueppigkeitund zur Grausamkeit, im Verborgenen schlummert. Aber es istnur ein leichter Schlummer, denn eine Kleinigkeit stört ihn!Darum wachet über euch selbst, von dorther kommt die Ver-suchung zum Bösen. Wachet und betet, daß ihr nicht in An-fechtung fallet. Das Gebet selbst ist ein Stärkungsmittel desGeistes. Denn indem wir vor dem allwissenden Gott unserVerborgenstes aufschließen, verleiht er uns Muth und Kraft>uns selbst zu überwinden.
Uebcrrvunden muß sein! Ohne Ueberwindung ist keineTugend, ohne wahre Tugend ist keine wahre Glückseligkeit!Und sollte uns der Sieg auch noch so mühsam werden — lieber^wie Jesus spricht, wenn dich dein rechtes Auge oder deine rechteHand ärgert, trenne dich von ihnen; verliere lieber das Edelste^was dir gehört, als daß du aufhören müßtest, das Edelste zresein, was du sein sollst! Thue lieber Verzicht auf die Freuden^welche dir derjenige verborgene Hang gewährt, der auch deineweit größern Unannehmlichkeiten bewirkt, als daß du endlichganz der Raub von diesen werden mußt.
Daher, o Du allwissender Gott, daher also mein meistcsSündigen und mcistes inneres Unglück! Was half mir meineWachsamkeit über mich selbst, wenn ich nur auf meine äußerwHandlungen Acht haben wollte? Ich hatte die Quellen der-selben nicht geachtet, und arbeitete zu spät und zu oft vergeblichgegen die Gewalt des Stromes.
Hilf mir, o Herzenskundiger, hilf mir mit Deiner Gnade;,mit dem Lichte Deines Geistes, daß ich mich selbst recht erkenne^und mein ganzes Innerstes rein werde vom Hang zum Bissen^ein Dir allem geweihtes Heiligthum! Amen.