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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
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Triumphire immerhin, Trunkenbold, lüsterner Schlemmer,in deiner Unmäßigkeit. Schminke sie mit dem Namen frohenLebensgenusses oder der Liebe zu geselligen Freuden. Es glaubtdir Niemand. Selbst die, welche deinen Tisch verlassen, sehenLein Ende voraus, und heißen dich unter sich einen Schwelger,einen Säufer. Drin durch Unmäßigkeit geschwächtes Blut, deinedurch Ueberreiz geschwächten Nerven, dein mit. unnatürlicherFarbe entstelltes Antlitz, dein sieches Alter, dein früh zumSterbebette wankender Schritt werden dich -belehren, daß duder Sünde gefrühnet habest, die dich dafür erwürgt.

So täuschen sich die Sünder, indem sie Andere zu betrügenmeinen. Sie buhlen um Liebe und Hochachtung, und findenzuletzt Verachtung; sie suchen Wollust, und finden zuletztSchmerzen, Krankheit und Gram; sie geizen nach Ehre, undärnten zuletzt Schmach und gerechte Verspottung. Und waskönnen sie Anderes erwarten? Haben sie nicht Lehre und War-nung in unzähligen Beispielen von Andern erfahren? Glaubensie allein mit ihren Thorheiten oder Vergehungen eine Ausnahmein der göttlichen Weltordnung, in der Geschichte des Menschen-lebens zu machen?Wehe ihnen, denn sie gehen die Wege Kains,und fallen in den Jrrthum Balaams um Genusses willen, undkommen um in dem Aufruhr Korä! Sie sind Wolken ohneWasser, vom Winde umhergetrieben; kahle, unfruchtbare Bäume,zweimal erstorben und auszewurzelt; wilde Wellen des Meeres,die ihre eigene Schande ausschäumen! (Jud. 11. 12. 13.)

Und doch ist es in unfern Tagen eine sehr gemein gewordeneSitte, daß man sich, öfters aus sehr übel angebrachter Höflichkeit,scheut, die Laster und Thorheitenbei ihren wahren Namen zu nen-nen. Man sucht durch gelinde Ausdrücke die im Schwange gehendenUntugenden milder darzustellen; ja es wird für Etwas gehalten,wenn man zu offenbaren Schlechtigkeiten vornehm lächeln kann;wenn man sich stellt oder unverhohlen zeigt, man sei mit dieseroder jener von unfern Vätern für Sünde gehaltenen Handlungnicht ganz fremd. Ja, man unternimmt es sogar, oft im vollstenErnste, entschieden schändliche Dinge mit ehrenvollen Bezeich-nungen zu schmücken, und Laster zu Tugenden zu stempeln.