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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
Entstehung
Seite
214
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seiner Lust, und sein Lächeln erstarrt unter bösen Ahnungen, dieihn verfolgen, wohin er auch gehe. Er kann sich berauschen,betäuben, aber nicht erheitern und erholen.

Im Umgänge sollen wir nur Erholung und Ruhenach den einförmigen und mühsamen Geschäftenunsers Berufs suchen; Erquickung des Geistes, damit ernachher desto geschickter sei zu ernsterer Thätigkeit; angenehmeund leichte Belehrung mitten unter den Scherzen fröhlichen Bestsammenseins. Zur bloßen Stärkung des Körpers, für bloßesinnliche Nahrung bedürfen wir keiner Gesellschaft, sondern fürdie Ermunterung des Gemüths. Daher ist es vorthcilhaft, wennwir nicht bloß Personen zu unscrm Umgang auslcsen, welchemit uns überall von einerlei Denkart und Meinung, oder vomgleichen Alter sind. Je mehr Mannigfaltigkeit, je mehr Werthhat das gesellschaftliche Leben. Im bescheidenen und freundlichenWiderspruch entwickeln sich neue Gedanken, neue Kräfte desGeistes. Wir kehren mit doppelter Lust aus einer Gesellschaftzurück, aus welcher wir neue Belehrungen in die Stille unsererHcimath mitbringcn. Keine Lebcnsstunde soll für den Geist ohneWucher sein; selbst die harmloseste Freude soll ihm seinen Zinstragen. Darum, ihr Genossen eines frohen, jugendlichen Alters,weit entfernt, die Unterhaltung der Bejahrten zu meiden, drängeteuch zu ihr. Da ist's, wo ihr ohne Beschwerden, ohne Opfer-Erfahrungen sammelt, die euch für eure Zukunft wohlthun;da ist's, wo ihr mit der Lebhaftigkeit und Fröhlichkeit eucrsAlters die ruhige Würde und Sittsamkeit paaren lernet, wo-durch ihr Aller Herzen gewinnet. Und ihr, die ihr euchreiferer Erfahrung und höhern Alters rühmt, vermischet euchmit den Jüngern, deren reges Leben, deren Scherze und Mun-terkeit euern Ernst mildern, euch duldsamer, schonender in euer»Urtheilen über die jetzige Welt machen, und die dem Alter eigenemürrische Verdrossenheit hinwegtändeln, indem sie euern Geistzu verjüngen scheinen. Als weise Benutzer des flüchtigen Lebensmüssen wir niemals in die Gesellschaft der Menschen treten, ohneden doppelten Zweck, Gewinn für Herz und Geist zu haben,oder Andern zu geben.