in einer thörichten Handlung, auch bei der Einsicht des Bessern,wird Sünde des Herzens.
Vermeide daher den gesellschaftlichen Umgang,der nicht unvermerkt auch zur Veredlung deinesGemüths beitragen kann; wo nicht gute und liebens-würdige Menschen dich umgeben; wo nur rohe Vergnügungendie vorgezogensten sind. Freilich denkst du, wenn du Gesellschaftaußer deinem Hause suchst, nicht sowohl daran, etwas Neues undBesseres zu lernen; dein Hauptzweck ist vielmehr dabei, dich zuzerstreuen, dich von der Arbeit zu erholen, dich mit Vergnügenzu erquicken. Aber gestehe es auch: .die Erholung ist zu theuerbezahlt, wenn sie deinem cdlern Selbst, wenn sie deiner DenkartGefahr bringt; gestehe es auch: du bist ein roher, zur Unsütlich-kcit geneigter Mensch, wenn du an rohen Lustbarkeiten, an un-sittlichen Einfällen und Scherzen Geschmack findest; gestehe esauch, daß diejenigen Vergnügungen die köstlichsten sind, welchemit der Erheiterung unsers Gemüthes unsere Unschuld bewahren,und bei denen wir durch das Beispiel Anderer edler, gefälligerund liebenswürdiger werden, als wir sonst waren.
WählekeineGesellschaften, deren Unter Haltungdeinen Geist, statt zu erheben, in den Schlamm all-täglicher Verdorbenheit hinabzieht; wo unreine Zwei-deutigkeiten, vom wiehernden Gelächter roher Menschen begleitet,für Witz gelten müssen; oder wo die spielende Natterzunge derVerleumdung gegen die Ehre guter Menschen zischelt; wo Geistes-armuth und Schlechtigkeit des Herzens in Klatschereien Vergnügenfindet, und in Zuträgereien dessen, was Bedeutendes oder Un-bedeutendes in andern Haushaltungen vorging, um dann dar-über sich mit lieblosen Bemerkungen aussprechen zu können.Lasset euch nicht verführen. Böse Geschwätze verderben guteSitten. (1. Kor. 15, 33.)
Wähle keine Gesellschaft, deren Besuch undUmgang für dich mit einem größern Aufwandverknüpft ist, als dein Vermögen dir zu machenerlaubt. Es ist wohl möglich, daß dir die Unterhaltungenaller andern nicht gefallen; dies berechtigt dich niemals, solche