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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
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Dem Diebe, ehe er die Hand zu fremdem Eigenthumeausstrcckt; dem Wüstling, che er das Wort der Verführungstammelt; dem Meineidigen, ehe er die verbrecherischen Fingerzum falschen Schwur emporstreckt, dem Treulosen, ehe er hin-geht, aus Eigennutz oder Rache einen Freund, eine Obrigkeitoder ein Vaterland zu verrathcn wie heftig pocht ihm dasHerz! Wie furchtbar ernst mahnt das Gewissen ihn von demVerbrechen ab, immer ernster, je naher der Sünder seinemZiele kommt!

Der Kampf des Menschen mit sich selbst, ehe er zu schlechtenThaten den ersten Schritt thut, der Kampf mit seinem warnen-den Gewissen, ist gleichsam das Ringen des Menschen mit seinemguten Engel, der ihn festhalten und nicht fallen lassen will. Ach,vergebens ist der rührende Ernst des Engels! Die Missethatwird vollbracht. Der Engel weicht trauernd zurück und schweigt.Der Sünder taumelt von Schande zu Schande, und immertrauriger, immer leiser tönt die warnende Stimme des göttlichenVoten, der von ihm weicht.

Sehet den noch unverdorbenen Jüngling: er will den erstenBetrug begehen!. Er spricht, aber sein-e Zunge stockt. Er geht,aber seine Schritte sind ungleich und schwankend. Die Verlegen-heit ist in allen seinen Bewegungen sichtbar. Er will seine Augenzu euch emporheben, mit welchen er ehemals euch freudig in dasAngesicht sehen konnte, aber er kann den Blick des Gerechtennicht ertragen; er fürchtet, ihr werdet die Unruhe seines Ge-wissens sehen. Hier kündet sich das warnende Gewissen. Nochwankt der einstige Liebling der Guten; erröthend schämt er sichvor seinem unwürdigen Selbst. Er könnte nicht in den Spiegelsehen; ohne es zu verabscheuen. Jüngling, der bisher ein un-beflecktes Herz bewahrte, und stolz und frei mit diesem Herzendurch die Welt ging, daß Männer und Greise in ihrer Ver-dorbenheit ihn beneiden müssen und du, zartfühlende Tochterguter Aeltern, o höret auf die warn endeStimmeeuersguten Engels, daß er nie von euch weiche! Traget die reineUnschuld eurer Kindheit unbefleckt durch die Welt und durch derenLaster und verdorbene Sitten. Traget sie unversehrt in frommer