Druckschrift 
5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
Entstehung
Seite
177
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Endlich ist doch das Ziel der höchsten Weisheit in derLeitung unserer menschlichen Verhältnisse, selbst der Gerech-tigkeit des Vergelters, nichts Anderes, als unser Aller Glück.So sind die Führungen Gottes nur neue Wunder-werke der unergründlichen Liebe des Vaters imHimmel. Denn er will nichts, als die wahre Seligkeit jedesEinzelnen; nur dafür rief er uns ins Leben; nur dafürgab er uns Antheil an Jesu himmlischen Lehren, nur dafürTheil am Blute des Welterlösers; nur dafür leitet er uns durchKummer und Ungemach.

So führt auch jeder menschliche Vater sein Kind, welcheser wie sich selbst liebt. Und das Kind, von dieses Vaters Liebeüberzeugt, murrt nicht, tadelt nicht, sondern vertraut derWeisheit und Güte dessen, der es erzieht. Es empfängtsegnend aus der liebevollen Hand die freundlichen Gaben undGeschenke, aber dankbar auch die Strafen seiner kleinen Fehler;cs nimmt die Freuden. welche des Vaters Hand ihm auf denPfad seiner Jugend streut, aber auch die Mühseligkeiten, dieschweren Uebungen seiner zarten Kräfte übernimmt es willig,wenn es gleich noch nicht begreifen kann, wozu dies Alles ihmdereinst in männlichen Jahren nützlich sein werde.

Ist nun Gott unser Vater: warum wollen wir nicht be«seinen Führungen thun, gleichsam wie gute Kinder sollen LWir wissen cs, unser ganzer Lebenslauf bezeugt es, unsereVernunft verbürgt es, das göttliche Wort versichert cs: erführt Alles auf das gütigste! Wohlan, so wollen wir unsfreudig diesen Führungen hingeben; zufrieden mit dem, waswir haben, das Kommende erwarten ohne Scheu; nicht mehreigensinnig an unfern Lieblingswünschen hangen, sondern vorausüberzeugt sein: sie mögen erfüllt oder vernichtet werden, immerist es Gottes Liebe, Gottes Sorge für unser Bestes, welchesjene Wünsche erfüllte oder vernichtete.

Ja, mein großer, mein ewiger, weiser Vater, ja, ich binruhig über Alles, was mir begegnen mag, und wozu du michund die lieben Meim'gen auch noch bestimmt haben mögest. Ichwill mich halten an Deiner Hand, Du wirst mich immerdar