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und tödtetdie Blüthen der Unschuld, che sich dieselben entfaltenkonnten?
Wo weilt die Einfalt der Sitten, wenn sie nicht mehrunter dem Strohdache des Landmanns beherbergt wird, undselbst die Armuth nicht ihre Schutzwehr sein kann? Wo soll ichdas Glück ehelicher Treue suchen, wenn es selbst aus der ehr-würdigsten Klasse des Volks, aus dem Bürgerstande, ver-schwinden will? Wo soll ich mit Entzücken noch die harmloseUnschuld bewundern, wenn sie mit dem ersten Erwachen derJugend entflieht?
Fürsten, Gesetzgeber, Obrigkeiten, Erzieher, Väter, Mütter,wem Menschenwohl, wem Vaterland, wem Freiheit, wem Re-ligion , wem Ewigkeit theure, heilige Namen sind! — auf jenesLaster achtet mit dem höchsten Ernste, das die Kraft des Landestövtet, die Ehre eures Hauses besudelt, und eure Kinder schondurch fortgcpflanztes Gift in den Wiegen ermordet. Es ist dasallgemeinste, das weitverbreitetste, und darum das gefährlichste.Es geht mit frecher Stirn über die Straßen; es errichtet sichoffene Altäre; ihm verschwendet der Reiche sein Erbtheil vonden Vätern; ihm vergeudet der Jüngling seine edelste Kraft;ihm weihen Künstler ihre entehrten Talente, und Kinder weihenKinder in die Geheimnisse der Schande ein. — Es ist dasgefährlichste der Laster, indem es die Zwecke der Schöpfungunmittelbar zerstört, und den ehrwürdigen Naturtrieb der Fort-pflanzung des Geschlechts zum Werkzeug seiner Sättigung, zurFessel seiner Sklaven macht.
Alle Sünden, die der Mensch thut, ruft Paulus, sindaußer seinem Leibe, aber der Wollüstling sündigt anseinem eigenen Leibe! Er entweiht diesen Leib, der einTempel des heiligen Geistes sein soll.
Leichtsinn und Irreligiosität wandeln jederzeit vor derWollust einher und bahnen ihr die Straße. Scherze undthierische Freuden umgaukeln die Sünde, damit ihre scheuß-liche Gestalt verhüllt werde, die vornen als eine reizendeSchönheit, hinten als moderndes Gerippe erscheint. Ihr nachfolgt die hohläugige Verzweiflung, die bleiche Reue, die Eifer-