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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
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als belesene und halbgelehrte Schwätzerinnen. In allem sindsie bewandert, nur nicht in ihrem eigenthümlichen Berufe, denihnen die Natur anwies, der die Würde ihres Geschlechts ist.

Was dem Weibe Hauptsache ist, die Geschäfte der Haus,Haltung, die Verschönerung des Lebens in tausend Kleinigkeiten,das soll dem Manne Nebensache sein; was dem Manne Haupt-sache ist, Gewerbe, Amt, Gelehrtheit, das soll dem WeibeNebensache sein. Wie das Weibische dem Manne, so steht dasMännische dem Weibe übel an, und die Wahrnehmung desselbenerregt Unwillen, weil hier Verletzung der Würde und derBestimmung des Geschlechts statt findet, und die Verirrungender Gefallsucht zum Grunde liegen.

Wenn Frauenzimmer ihren Geist durch Lesung lehrreicherWerke, ihr Herz durch Lesung gemüthsveredclnder Schriften,ihren Geschmack durch ttebung jener schönen und angenehmenKünste läutern und bilden, die manche frohe Stunde in denKreis des häuslichen Lebens bringen können: wer wird es nichtrühmlich finden? Aber das Löbliche verschwindet, sobald Gefall-sucht die Triebfeder dieser äußern Bemühungen wird, und dasWeib mit dem glänzen und das in ein Spielwerk seiner Eitelkeitverkehren möchte, was des stärkern Mannes höchsten Ernst er-fordert. Es läßt sich nicht bezweifeln, das nicht auch das Weiban Geistes- und Gemüthskrast den: Manne gleichkomme; daßes nicht auch in vielen von dessen Geschäften wirksam, nützlichund groß sein könne, wie er: allein die Natur, und eben darumdas bürgerliche Verhältnis), haben der Geistes - und Gemüths-kraft des Weibes einen andern Wirkungskreis angewiesen, inwelchem es erscheinen sdll. Wird nun dieser versäumt, ein anderererkoren: so erscheint ein Mannweib, ein Zwitterwesen, welches,wie alles Zwitterhafte und Schwankende, mißfällt.

So sehen wir überall, wie der an sich unschuldige undliebenswürdige Trieb zu gefallen, wenn er in Leidenschaftlichkeitentartet, den Menschen auf Irrwegen ganz zum Gegentheildessen führt, was er zu erreichen wünscht, statt Achtung nurSpott, statt Bewunderung nur Gelächter, statt Liebe nurWiderwillen und Ekel gibt.