bürgerlichen häuslichen Alltagslebens keine Genugthuung über-sspannter Erwartungen, keine Nahrung ihrer EinbildungskraftAnd Empfindclci finden, und alles, aber nicht das gelernt haben,Müs zu richtiger Beurtheilung ihrer Lage, zur wirthschaftlichenHausfrau, zur treuen Pflege des Gatten, zur weisen LeitungDes Gesindes, zur zweckmäßigen Behandlung der Kinder gehört.
Die wenigsten von den Schriftstellern unserer Zeit, welcheAch damit abgeben, durch ihre Werke einer wohlgeordneten Ein-bildungskraft Vergnügen zu bringen, haben hinlängliche Er-fahrung , hinlängliche Kenntniß der Lebensverhältnisse und desmenschlichen Herzens. Da die meisten derselben sich selbst durchVielleserei verdorben und nur ihre Phantasie zu Träumereiengeübt haben, geben sie der Welt in ihren Büchern nur die trau-Mgen Früchte ihrer erhitzten Einbildungskraft und ihres ver-wrchrloseten Verstandes. Sie stellen nicht dar, was ist und seinssoll, denn sie kennen es ja nicht! sondern liefern ein Gespinnstwo» Träumen, denen Natürlichkeit und ein höherer Zweck fehlen.Die suchen durch Neuheit ihrer Bilder zu gefallen, und wählen«Abenteuerliche Engel und Teufel, aber nicht die Macht desMenschlichen Gemüthes. Sie geben nur wieder, was sie durchVielleserei gewonnen haben.
Man nimmt von der Welt, mit der man am häufigsten um-geht, Denkart und Stimmung an. So darf es uns nicht wun-dem, wenn diejenigen einen Ekel am bürgerlichen Leben und.dessen Verhältnissen empfinden, die, mit verwöhnter Einbildungs-kraft und überreizter Empfindsamkeit, darin weder den Wechselund die Wunderbarkeit der Zufälle, noch die Gestalten ihrerTräumereien wiederfinden; wenn sie sich überall gern selbst zu-täuschen suchen, und über Elend jammern, sobald der ErnstDer kalten Wirklichkeit ihre Trugbilder zerstört. O wie unendlichMel des häuslichen Unglücks strömt aus diesen Quellen!
Den verderblichsten Einfluß hat die Lesesucht»u f die Jugend, theils weil in derselben das unerfahrneHerz am empfänglichsten für Eindrücke jeder Art, theils weilDie Einbildungskraft ohnehin das thätigste ihrer Seelenvermögenist. Wirft dann ein unglücklicher Umstand , Schlechtigkeit der