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stillen, heiligen Betrachtungen gegeben. Er soll, aus demGetümmel des Irdischen zurücktretend, Zeit gewinnen, sich aufdas vorzubereiten, was ihm nun aufs Neue bestimmt ist. Daranmahnt ihn Alles; Alles, daß er zu hohem Dingen berufen sei,wo er in herrlichen Verhältnissen den vielgeübten, vielgeprüftenGeist zeige. Darum werden seine Augen allgemach dunkler;sein Gehör schwächt sich. Für Andere noch blüht und regt sichdas Leben der Erde; er aber entstirbc leise dem Irdischen.Sein Geist zieht sich von den Außendingen ab, in sich selbstzurück. Sogar das Gedächtniß wird schwächer, damit derGedanke an die Zukunft und die Hoffnungen des schönemLebens sein ganzes Wesen mehr beschäftigen. Der Körper wirdhinfällig; das Werkzeug des Geistes unbrauchbarer; aber dasUnsterbliche regt sich kraftvoll noch in den Trümmern seinermürben Hülle. Sie zerfällt. Frei ist der Geist. Ein neuesLeben empfängt ihn.
Was das dunkle Ahnen der Kindheit von der Anmuth undden Schicksalen der spätem Jahre, das ist das Ahnen desGreises von dem Jenseits. Das Kind und der Greis ver-lieren das Gedächtniß für ihren vorherigen Zustand; das Kind .und der Greis können für den nachfolgenden Zustand ihreGlieder nicht gebrauchen.
Das einsame, den Betrachtungen geweihte Leben des Altersist der lieblichste Schleiß eines auf Erden in tugendhafter Ju-gend, in heiliger Thätigkeit vollbrachten Daseins. Aber auchnur der Weise, der wirkliche Christ kann dieses Genusses fähigsein, er, der ein Bürger des Himmelreichs schon hieniedcn ist,und die äußerlichen Geschäfte, die Sorgen um Erhaltung oderBequemlichkeit des Leibes, um Ergötzungen der Sinne tief unterdie Sorgen um Unschuld, Wahrheit, Gerechtigkeit und Menschen;bcglückung setzt. — Nur dem zur Thierheit nicdergebcugten Sterb-lichen, dem, was er von dieser Welt an äußerlichen Vorthcilcngewinnen kann, das Vortrefflichste zu sein scheint, muß seinLeben endlich zum unauflöslichen Räthsel, er sich selbst zun: un-erklärlichen Widerspruch werden. So hat, o du himmlischeWeisheit, jedes menschliche Lebensalter durch Dich seine eigen-