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Innere Güte/ äußere Anrnuth.
Gal. s, 22.
Nicht rauh, nicht hart, nicht menschenfeindlichSoll unser Tugendeifcr, nein.
Holdselig, anmuthsvoll und freundlichSoll jeder Jesusjünger sein.
Ach, wären wir's! ach, glichen wir,
O Vorbild aller Liebe, Dir!
In allen Worten und Gebcrdcn,
In That und Wandel laß, o Herr,
Uns aller Menschen Freunde werden,
Dir, Heiland, iininer ähnlicher:
So werden über allen ScheinErhaben wir, Dein würdig sein.
Ä)ie sich auch immerhin ein im Lebensumgang gewandterMann verstellen könne: er kann sich nicht gegen alle verstellen,die ihn umgeben. Er kann sich nicht anhaltend in seiner er-borgten Gestalt zeigen, und es kommen Augenblicke, da er sichunwillkürlich selbst vergißt.
Unser Inneres, es sei gut ober schlecht, wird sich allezeitin unftrm Aeußern offenbaren. Nicht nur spricht eine augen-blickliche Gemüthsstimmung aus dem Erröthen und Erblassenunserer Wangen; unsere vorübergehende Laune aus dem Spielder Gesichtszüge; der flüchtige Gedanke sogar «us der eigen-thümlichen Art des Blickes unserer Augen; sondern, so sehr wiruns selbst und alle unsere Geberden auch in der Gewalt habenmögen, unsere ganze Gemüthsbeschaffenheit offenbart sich in derArt und Weise unserer Umgebung.
Willst du die Denkart, die Güte und Schlechtigkeit, dieNeigungen und Eigenheiten eines Menschen kennen lernen, derdir sehr verschlossen scheint: beobachte nur die Lebensart, welcheer führt; die Einrichtung seines Hauswesens; die Behandlungseiner Untergebenen; seinen Ton gegen Höhere: die Wahl seinesHausgeräthes; die Wahl seines vertrauten Umgangs; die Wahlseiner Vergnügungen; die Aeußerungen seiner Wünsche.