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5 (1837) Andachtsbuch für die Jugend
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deiner Gefühle und Empfindungen. Niemandem verzeiht manweniger den Ausbruch roher oder unschicklicher Gefühle, Nie-mandem weniger die Ungleichheit und Veränderlichkeit desSinnes, oder der Gemüthsstimmung, als einem gesittetenFrauenzimmer. Keins hat weniger Fähigkeit, beglückte undbeglückende Gattin zu werden, als welches eine Magd seinereigenen Launen ist, und denselben Herrschaft über Alles imHause geben will.

Lerne arbeiten: dein Fleiß vom Morgen bis zurNacht wird das schöne Beispiel der Uebrigen. DerMüßiggänger steht nie ohne Beschämung vor dir, und der edleMann liebt und achtet die Hand höher, welche geschäftig ist,durch Ordnung und Reinlichkeit das Haus zum Tempel stillerGlückseligkeit zu machen, denn eine Hand, die nur die Kunstdes Putzes versteht.

Lerne sparsam sein auch wo du im Ueberflussewohnst, sparen! nicht um zu geizen oder unnütz Geld zusammeln, sondern um das Entbehrliche zu erübrigen, noch-leidenden Familien damit wohlthun zu können. Durch Arbeitgewinnt der Mann, durch Sparsamkeit sammelt das WeibSchätze. Und eine freundliche Wohlthäterin der Armen ist einePerle der Bürgerschaft, ein Gegenstand der Verehrung allerCdeldenkenden und Zartfühlenden.

Und endlich, o Jungfrau, o Christin, o Tochter Gottes,lerne mit religiösem Sinn jedes deiner Tagewerkebeginnen, üben und enden. Ein Weib ohne Religion istwohl mit Recht ein Gegenstand des geheimen Widerwillens undEkels aller Gebildeten. Ein Weib, welches mit seinen geringenErfahrungen und Kenntnissen, mit seinem armseligen Wissenden Freigeist spielen will, ist selbst ein Widerspruch, und gilt inden Augen der Vernünftigen als eine Thörin, die, ohne innernWerth, Eitelkeit mit anmaßlicher Weisheit treiben will.

Dein Verhältniß, dies zarte, innige, stille Verhältniß zudeinem Gott, wie du es aus den Tagen deiner Kindheit herempfindest, veredle, vollende es. Sei in der Religion, in dertreuen, andächtigen Uebung religiöser Pflicht gern das Beispiel

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