239
um Magazine und Monatsschriften, und legen nur dann undwann einen Aufsatz aus denselben zum Gebrauch Unsererkünftigen getreuen Unterthanen in Unserm Reichsarchiv bei, aberdaß ungünstige Urtheile den Unschuldigen und günstige denSchuldigen treffen, können wir unmöglich ganz ungeahndet hin-gehen lassen.
Was erstlich die geringere Unterhaltung betrifft, die Ihrund Eure Schutzgenosseu in besagtem Magazine gefunden habenwollen, so hättet Ihr bedenken müssen, daß dieses nicht sowohldem Herausgeber als vielmehr Euch selbst beizumcssen sei. Hät-tet Ihr mehr gelernt, so würdet Ihr mehr Unterhaltung in Bü-chern überhaupt finden. Denn daß Euch Märchen, poetischeProse, Hexameter mit cxstimulirtcm Nationalstolz und Verach-tung der Ausländer, mehr aus Nachahmung als Überzeugungso sehr behagen, rührt daher, weil Ihr sie versteht, und mansie zu verstehen und zu schreiben, wie unser lieber Liscov sagt,nichts nöthig hat, als seinen Kopf gerade zu zwischen die Beinezu stecken und sich seiner eigenen Schwere zu überlassen.
Angehend die Abwechselung, so konnt Ihr nicht leugnen,daß Abwechselung sattsam in demselben Statt finde, so langeIhr Mannichfaltigkeit der Aufsätze darunter versteht. VerstehtIhr aber eine Eurem ersten, zweiten und dritten Viertheil ähn-liche darunter, das heißt erst Ein volles Stück und dann hinterdrein dasselbe wieder in 29 Stücken, immer schwächer und immerkleiner, so bewahre der gütige Himmel das Magazin vor allemWechsel. Allein schämen solltet Ihr Euch, die Jahre der ma-