Druckschrift 
4 (1844)
Entstehung
Seite
196
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leere Silhouetten, auf die sich in unsern neuesten Werken fastAlles allein einschränkt, sondern Züge und Farben, die der Sil-houette Bestimmtheit und Leben geben, könnte, sollte ich den-ken, der Nutzen nicht fehlen. Ja der dramatische und Roman-dichter könnte solche Züge »»gescheut nützen, so wie der Chirur-gus oder Manufacturist die Entdeckungen des Physiologen unddes Chemisten. Dieses wäre kein Plagiat; was man so ausder Natur nimmt, ist nicht gestohlen, die Ehre, es in den ge-fälligsten Plan zu ordnen und zum Nutzen der Welt anzuwen-den, bleibt ihm ohnehin, so wie die Schande des Mißbrauchs.Schwer wäre es alle Mal, ein solches Werk zu verfassen. Viel-leicht hat Horaz mit seinem berühmten äikticile est proprio rom-munia clioero ') nichts Anderes gemeint als eben dieses: dem ab-strakten Charakter einer gewissen Gattung, der sich zum Theilschon mit dem Worte erlernt, alle die Bestimmtheit, Indivi-dualität und Wärme vermittelst gewisser Zusätze durch plus undminus zu geben, die sich nicht anders als durch genaue Beob-achtung und nähere Kenntniß der Welt finden lassen. Horazmag indessen gemeint haben, was er will, so macht man denEinsichten desselben wenigstens durch diese Deutung seiner Worteso lange keine Schande, als man wegen des (liklioilo einig ist.Und dieses ist hier der Fall.

Die Beobachtung der geringern Classe von Menschen, diejedem srei steht, erleichtert aber doch auch von der andern Seitedie Sache wieder. Ja ich glaube, daß sich die höheren ohne

') hgüstol. Iül>. II. Irzüst. lill. V. 128 s.^rs poolic-ü.