Druckschrift 
4 (1844)
Entstehung
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verschwinden nicht allemal völlig wieder, und lassen physivgnv-mische Eindrücke zurück. Daher entsteht zuweilen das Thor-heitsfältchen, durch Alles bewundern und Nichts verstehen; dasscheinheilige Betrügerfällchen, die Grübchen in den Wangen,das Eigensinnsfältche», und der Himmel weiß, was für Mil-chen mehr. Pathognomische Verzerrung, die die Ausübung desLasters begleitet, wird nach überdas oft durch Krankheiten, diejenem folgen, deutlicher und scheußlicher, und so kann patho-gnomischer Ausdruck von Freundlichkeit, Zärtlichkeit, Aufrichtig-keit, Andacht, und überhaupt moralische Schönheit in physischefür den Kenner und Verehrer der moralischen übergehen. Die-ses ist der Grund der Gellcrlschen Phsiognomik (wenn sich die-ses Wort noch von einer Sammlung von Bemerkungen, dieeinen Grund zu wahrscheinlichen Schlüssen vom Charakter aufdie Gefichtsbildung, aber nicht umgekehrt, enthalten, gebrauchenläßt), der einzigen wahren, wenn es eine wahre gibt, bie fürdie Tugend allemal von unendlichem Nutzen ist, und die sichin wenig Worte fassen läßt: Tugend macht schöner, Lasterhäßlicher. Allein diese Züge beurtheile man mit der größtenBehutsamkeit, sie lügen zum Erstaunen oft, und zwar haupt-sächlich aus folgenden Ursachen. Es ist schon oben erinnert wor-den, daß der Eine gleich gezeichnet wird für etwas, was demAndern tausendmal unbezeichnet hingeht. Dem Einen fällt nacheiner durchgcschwärmten Nacht die Wange in die Zahnlücke, daden Andern die ausgehende Sonne so jugendlich hinter der Bou-teille und beim Mädchen sieht, als ihn die untergehende gesehen!V. 4