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4 (1844)
Entstehung
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sprünglich vielleicht verfeinerte und unter Nebenidecn ihre Grob-heit versteckende sinnliche Lust ist, und deren Zweck hier erreichtwird, mit Schönheit der Seele zu thun, die mit dieser Lust sosehr streitet und sich in die Ewigkeit erstreckt? Soll das FleischRichter sein vom Geist? Der Verfasser glaubt, und wird amEnde Alles dahin zusammenziehen, daß Tugend und zumal diehimmlische Aufrichtigkeit und Bewußtsein der Unschuld einemGesicht in den Augen ihres Kenners große und unaussprechlicheReize mittheilen. Allein es ist Unerfahrenheit und antiquarischePedanterei, zu glauben, diese Schönheit sei das, was Winkel-mann ') Schönheit nennt. Der Verfasser hat einiges erworbeneGefühl auch für die letztere, muß aber aufrichtig bekennen, daßer in Gesichtern redlicher Personen beiderlei Geschlechts, die vonLeuten, die ihre Tugend nicht kannten, für häßlich gehaltenwurden, Ausdrücke gesehen hat, die er gegen alle die uns ein-gepredigten Reize, und oft aus mehr Gefälligkeit als Gefühlgerühmte Gesichter des Landes, wo die Banditen schön sind,nicht vermißt haben wollte. Der obige Gedanke, der hier keineförmliche Widerlegung erhalten kann, und überhaupt kaumeiner ernstlichen würdig ist, hat noch einen andern erzeugt, näm-lich durch Verschönerung der Seele endlich den Körper zu Idea-len griechischer Künstler hinauf zu formen. Tugend und Auf-richtigkeit möchten hierbei wenigstens allein nicht hinlänglich

') Johann Joachim Winkelmann geb. zu Stendal17l7, ermordet von Francesco Arcangcli zu Triest 1768.