mal, so käme es nur auf einen braven Entschluß an, sich wie-der auf Jahrhunderte unbegreiflich zu machen. Das Vertrauenauf Physiognomik mußte also allerdings in einem Lande zuneh-men, wie Deutschland, in welchem, aus den Schriften abzuneh-men, worin sie sich zeigen könnte, die Selbstbeobachtung undKenntniß des Menschen in einem fast schimpflichen Verfall liegt,und in einer Entnervung schmachtet, aus welcher sie allein nur,sollte man denken, der stärkende Winterschlaf einer neuen Bar-barei zu ziehen im Stande ist. Es ist hier der Ort nicht, eszu beweisen. Ich bin aber überzeugt, daß die besten Köpfe mei-nes Vaterlandes mit mir stimmen werden, und es wird sichhoffentlich bald die lang gewünschte Gelegenheit finden, es auchden schwächeren durch Beispiele aus den Schriften ihrer Götzenbegreiflich zu machen.
Eine nicht genügsame Beherzigung einiger dieser Wahrhei-ten, verbunden mit ungewöhnlicher Unbekanntschaft mit der Weltund dem Menschen, und einem eben daher entspringenden Un-heil stiftenden Bestreben Heil zu stiften, dem ein Theil unsersPublikums, frommschwärmend, da glaubt, wo es höchstens ver-zeihen sollte, haben, als wäre alles Andere schon außer Streit,nun gar den äußerst unüberlegten und niederschlagenden Gedan-ken erzeugt, die schönste Seele bewohne den schönsten Körper,und die häßlichste den häßlichsten. Also mit einer bloßen Ver-änderung der Metapher, vielleicht auch die größte Seele dengrößesten, und die gesundeste den gesundesten? Gütiger Him-mel! was hat Schönheit des Leibes, deren ganzes Maaß ur-