8 >
mag, wenigstens bei den bequemeren Köpfen einer ferneren Miß- ^ zjl
deutung meiner Absicht Vvrznbeugc». Diese war gar nicht, einbekanntes wcitläuftigcs Werk ') z» widerlegen. Wer dieses thun ' ^
wallte, müßte es wenigstens nicht in Sede; bei einem Publikum ^ ^
«il«
unternehmen, bei welchem groß Quart so viel ist als Deinem- .
stration. Ich wollte vielmehr einigen gefährlichen Folgerungen ÄM
AI)
begcgncn, die schon hier und da von Jünglingen und Matronen '
aus jenem Werk gezogen zu werden ansingen; ich wollte hin- ^
der», daß man nicht zu Beförderung von Menschenliebe physio-
gnomisirte, so wie man ehemals zu Beförderung der Liebe Got-
tcs sengte und brennte; ich wollte Behutsamkeit bei Unters»;
chung eines Gegenstands lehren, bei welchem Irrthum leichter iw, «l
ist und gefährlicher werden kann, als bei irgend einem andern, ßcklick »
Religion ausgenommen; ich wollte Mißtrauen erwecken gegen -a«ki>!
>eue transscendente Bcntriloquciiz, wodurch Mancher glauben gc- ißm««
macht wird, etwas, das auf Erden gesprochen ist, käme vvm iilMüi, i«
Himmel; ich wollte hindern, daß, da grober Aberglauben
aus der feiner» Welt verbannt ist, sich nicht ein klügelnder an
dessen Statt einschliche, der eben durch die Maske der Vernunft,
die er tragt, gefährlicher wird, als der grobe. Wir denken fei- ^
ner, reden feiner und faseln feiner. Jetzt sind es Zeichen an ><wtaj
ij, ^
') Physiognvmischc Fragmente zur Beförderung der Mcu-schcnkenntniß und Menschenliebe von Jvliann Kaspar Lavatcr.
Ister bis 4tcr Versuch (in vier Groß-Quartbänden mit vielenKupfern). Leipzig und Wintcrthur 1775— 1778. ,