293
Man muß sich sehr hüten irgend ein Silbersalz oderSilberoxyd mit Ammoniak flüssig keit zusammen zu brin-gen. Es bildet sich in diesem Fall ein sehr gefahrbringenderKörper, nchmlich das s. g. Berthollet'sche Knallsilbcr,welches schon durch sehr geringe Veranlassungenselbst im feuchten Zustande, unter heftiger Verpuf-fung sich zersetzt und Alles umher zerschmettert.
Vom Gold.
Da§ Gold ist das dehnbarste Metall und ein einzigerGran laßt sich zu einem Draht ausziehen von ZOO Fuß Lange.
Dicß beweist, daß die Thcilchen des Goldes fester an ein-ander halten als die irgend eines anderen Metalls und um somerkwürdiger ist es, daß getrennte Goldtheilchen z. B. Gold-feile sich nicht mit eben der Kraft suchen und zu vereinigen stre-ben, selbst wenn die Umstände günstig sind. Erhitzt mannehm-lich Goldfeilc in einem Tiegel, so vereinigen sich doch nicht alleTheile zu einer Masse, wenn sie auch vollkommen flüssig sind;mehrere Theilchen bleiben immer einzelne, abgeschiedene Tropfen.Man ist in diesem Fall genöthigt Borax hinzuzusetzen, der dieVereinigung schnell bewirkt.
Der Borax färbt als Flußmittel des Goldes angewandt,dasselbe, wenn es auch noch so rein ist blässer. Nicht im-mer ist eine solche Farbe dem Goldarbeiter erwünscht. Er beugtihrer Entstehung vor, wenn dem Borax etwas Salpeter zuge-setzt wird. Der Salpeter ertheilt nchmlich dem Golde einehochrothe Farbe, wirktalso der bleichenden Einwirkung desBoraxes entgegen.
Ist das Gold kupferhaltkg und wird mit Borax geschmolzen,so verbrennt ein Lheil Kupfer zur Schlacke und scheidet sich ab.Man beugt diesem durch Zusatz von Kohlenpulver vor.
Schmilzt man kupferhaltiges Gold mit Salpeter, sogeschieht dasselbe, auch hier verbrennt das Kupfer und zwardurch die Säure des Salpeters und scheidet sich als Oxyd ab.Ein Zusatz von Kohle ist hier jedoch ohne alle Wirkung, solange