Druckschrift 
Grundlehren der Chemie für Jedermann : besonders für Aerzte, Apotheker, Landwirthe, Fabrikanten, Gewerbtreibende, und alle Diejenigen, welche in dieser nützlichen Wissenschaft sich gründliche Kenntnisse erwerben wollen
Entstehung
Seite
285
Einzelbild herunterladen
 

285

Das Verhalten des Quecksilbers zum Sauerstoff ist bereitsS. 10. so erörtct worden, daß daraus für das Quecksilber einM. G. 101 hervorgeht, denn

101 Loth Quecksilber geben mit8 Loth Sauerstoff

109 Loth rothes Quccksilberoxyd und mitnoch einmal so viel oder mit

202 Loth Quecksilber und8 Loth Sauerstoff

210 Loth schwarzes Quecksilberoxyd oder dasQuccksilberoxydul (vcrgl. S. 10.); woraus folgt, daßdas Quecksilberoxyd ein M. G. 109das Quecksilberoxydul ein M. G. 210habe und sich in diesem Verhältniß mit den Säuren zu Queck-silbersalzen verbinde.

Bcy den Quecksilber-Oxydulsalzen ist dieß genau der Fall,aber nicht immer so bey den Salzen des Quecksilberoxyds. Dießverbindet sich nicht gern mit den Sauren und man braucht dahermeistens mehr als 1 M. G. um es aufzulösen.

Ein sehr bekanntes aber auch sehr giftiges Salz bildet dasQuecksilberoxyd mit der Salzsäure, es heißt Quecksilber-sublimat und entsteht, wenn

1 M. G. oder 109 Loth Quecksilberoxyd und1 M. G. oder 36,4 Loth Salzsäuresich mit einander verbinden. Hiebey vereinigt sich der Wasser-stoff der Salzsäure mit dem Sauerstoff des Quecksilberoxyds zuWasser, so daß nachdem Verdunsten desselben ein Chlor-quecksilber als weißes Salz zurückbleibt, dasaus

1 M. G. oder 101 Loth Quecksilber und1M.G. oder 35,4 Loth Chlorzusammengesetzt ist.

Dieses Salz löset sich in Wasser, Weingeist und Aether aufund ist vermöge seiner Giftigkeit besonders zur Vertilgung vonSchimmel in der Dinte, Schwämmen und Pilzen im Holze,Motten in Tuchen und Pelzwerken empfohlen, ja sogar ange-