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Grundlehren der Chemie für Jedermann : besonders für Aerzte, Apotheker, Landwirthe, Fabrikanten, Gewerbtreibende, und alle Diejenigen, welche in dieser nützlichen Wissenschaft sich gründliche Kenntnisse erwerben wollen
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Eine gute Messingprobe, um das Verhältniß seinerBcstandtheile zu erforschen besteht darin, daß man eine genaugewogene Menge in Salpetersäure auflöst, aus der Auflösungdurch ein blankes Eisen das Kupfer niederschlägt, es sammeltund wiegt. Zieht man nun das Gewicht des Kupfers von demGewicht des aufgelösten Messings ab, so zeigt das Uebrigblei-bende die Menge des Zinks an, welchen der Messing enthielt.

Zinkdämpfe durchdringen Kupferarbeiten ohne ihreForm zu verändern und färben sie goldgelb. EineThonbüchse, in deren Mitte sich ein Vorsprung befindet, wor-auf eine durchlöcherte Thonplatte liegt, wird in einen Wind-ofen gesetzt. In den untern Raum legtman Zink, indenoberndie Kupfcrarbciten und giebt LStunden lang einegelindeRoth-glühhitze. Die Dämpfe des Zinks dringen in das glühendeKupfer, das nachher mit Oehl und Blutstein abgerieben eineGoldfarbe zeigt.

Der feinste Kupferdraht kann auf solche Weise mit der fein-sten falschen Vergoldung, die man gewöhnlich Lion er Ver-goldung nennt, versehen werden. Selbst Kupfermünzenverlieren dadurch nichts von der Schärfe ihres Gepräges.

Mit Zinn bildet das Kupfer ein sehr brauchbares Gemisch.Das s. g. Kanonenmetall besteht aus

90 Loth Kupfer und10 Loth Zinn.

Das Kupfer wird unter einer Decke von Kohlenstaub geschmol-zen und dann das geschmolzene Zinn hineingerührt. DieseMischung ist auch zum Maschienenbau sehr empfeh-lungswerth und hat Vorzüge vor dem Messing,da sie im Schmelzen viel flüssiger ist als dieser. Sie läßt sichleicht drehen und feilen und die Zähigkeit welche sie besitzt, sowie die schwache Reibung, welche sie verursacht, wird nurvomStahl übertroffen.

Taucht man ein weißglühendes, vom Roste wohl ge-reinigtes Eisen in geschmolzenes Kupfer, so verbindet sich letz-teres so innig mit dem Eisen, daß cs vollkommen plattirt er-