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woraus Eisendraht, Nagel rc. verfertigt werden. Es zeichnetsich dadurch aus, daß es bis zum Rothglühcn erhitzt und schnellin Wasser abgekühlt nicht federt, sondern jede Ge-stalt annimmt die man ihm giebt, wie man sich durchden Versuch mit einem Eisendraht leicht überzeugen kann.Setzt man aber
100 Loth weiches Eisen mit2 Loth reiner Kohle oder Kienrußunter einer Decke von Glaspulvcr einer sehr heftigen Hitze aus,so erhält man eine Verbindung von Eisen mit Kohle,welche zu Draht verarbeitet und wie oben, zum Rothglühcn er-hitzt und dann schnell in Wasser abgekühlt, stark federt undimmer wieder die frühere Gestalt annimmt, diecs vor dem Biegen rc. hatte, wie man sich durch denVersuch mit einer Uhrfeder sehr leicht überzeugen kann.
Man nennt ein solches Kohlenstoffeisen Stahl. Er ent-steht immer, wenn Eisen mit Kohle oder KohlenstoffhaltigenKörpern einer sehr heftigen Hitze längere Zeit ausgesetzt wird.Dauert jedoch die Hitze zu lange, und ist zugleich eine hinläng-liche Menge Kohle verhanden, so nimmt das Eisen noch mehrKohle auf als es um Stahl zu bilden bedarf und cs entsteht einzweytes Kohlenstoffeisen mit anderen Eigenschaften alsder Stahl, nehmlich das Gußeisen. Es schmilzt leichterals Stahl, ist viel spröder und läßt sich nicht zu Draht verar-beiten wie dieser.
Hicnach unterscheiden sich weiches Eisen, Stahlund Gußciscn im Wesentlichen nur durch einen verschiedenenGehalt an Kohlenstoff und man kann
weiches Eisen als ein Eisen mit wenig Kohlenstoff,Gußeisen als ein Eisen mit viel Kohlenstoff,
Stahl als ein Eisen mit etwas Kohlenstoffbetrachten und im allgemeinen sagen der Stahl scy ein gekohl-tes Eisen, das Gußeisen ein gekohlter Stahl, wiewohl letzteres sich noch durch eine Menge anderer Beymischungenvom weichen Eisen und Stahl unterscheidet.