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trocknet die Mischung gehörig und glüht sie dann in einem leichtbedeckten Tiegel roth. Der Rückstand im Tiegel wird nach dem
Erkalten in Wasser aufgelöst und hinterläßt ein glimmerartigesPulver, das nach dem Zerreiben noch hart genug ist, um aufeiner Lederfeile gestreut den Stahl zu schärfen.
Auch als rothe Farbe ist das Eisenoxyd von Wichtigkeit,da es sich mit einer Menge anderer Farben sehr gut verträgtund mischen läßt. Es wird als ein Nebenerzeugniß bey derDestillation des Vitriolöhls aus geröstetem Eisenvitriol (S. 48.)gewonnen und kommt unter verschiedenen Namen, z. B. Ocker,Englischroth rc. in den Handel. Auch das s. g. Juvelier-roth ist ein Eisenoxyd durch Fällen von Eisenvitriolauflösungmit Potaschenauflösung dargestellt und nach dem Auswaschenmit Wasser wohl gebrannt. Hiebey ist zu merken, daß je öfterund länger ein solches Eisenoxyd rothgeglüht oder gebranntwird, es um so schöner und röther von Farbe wird.
In der Natur kommt ein Eisenoxyd vor, welches Blut-stein heißt. Es besitzt eine schöne rothe Farbe und färbt starkab, dient daher zur Darstellung der rothen Kreide oder desRöthels. Man mischt
20 Loth Blutstein mit1 Loth Gummi,
welches vorher in wenig Wasser vollkommen aufgelöst wordenund formt aus dem Teige die Nöthelstiste. Mehr Gummi alsdie angegebene Menge macht die Stifte zu hart. Ein Zusatzvon */z Loth Seife macht die Schrift haltbarer, erthcilt ihr je-doch eine bräunliche Farbe.
Wird Eisenvitriol in verschlossenen Gefäßen (welche keineLuft zulassen) erhitzt, so verliert er sein Wasser und wird zueinem weißen Pulver. Geschah cs aber im Gcgeutheil ineinem offnen Gefäße, also beym freycn Zutritt der Luft, so er-hält man ein gelbes Pulver. Diese Farbe rührt, wie leichteinzuschen von dem Sauerstoff der Luft her, welchen der Eisen-vitriol während des Erhitzens an die Stelle des Wassers ausge-nommen hat. Ein solcher Eisenvitriol heißt gerösteter odercalcinirter Eisenvitriol.