Druckschrift 
Grundlehren der Chemie für Jedermann : besonders für Aerzte, Apotheker, Landwirthe, Fabrikanten, Gewerbtreibende, und alle Diejenigen, welche in dieser nützlichen Wissenschaft sich gründliche Kenntnisse erwerben wollen
Entstehung
Seite
211
Einzelbild herunterladen
 

211

man ihn so wie er ist, ohne allen Wasserzusatz in einem kupfer-nen Kasserol erhitzt, in seinem eigenen Krystallwasser sich auf-löst und flüssig wird.

Von der Kieselerde.

Die Kieselerde macht den Haupttheil des festen Erdkörpersaus, indem der Granit, der Sandstein und eine MengeMineralien daraus bestehen. Am reinsten findet man sie alsQuarz, Bergkrystall und Feuerstein, die durch ihreHärte und dadurch, daß sie amStahlcFunken geben, sich hin-länglich von anderen Steinen z. B. dem Kalkstein unterscheiden.

Von den gewöhnlichen Säuren wirkt keine auf die Kiesel-erde oder was dasselbe ist auf zu Pulver gestoßenen Quarz oderFeuerstein, wodurchsiesichalsoschrvon derTalkerdeuntcrscheidet.

Auch Laugensalze zeigen keine Einwirkung, wenn manz B. Quarzpulver oder weißen Sand mit einer wässerigen Auf-lösung derselben kocht. Bepm Glühen verhält es sich dagegenanders. Glüht man nehmlich in einem Passauer Tiegel einGemenge aus

45 Loth weißem Sand,

30 Loth Potasche und3 Loth Kohlenpulver

und gießt es, wenn es ruhig fließt, auf eine Eisenplatte aus,so erhält man eine durchsichtige, harte, klingende Masse, dieaussieht wie Glas und eine Verbindung ist von Kieselerdeund Kali. Man nennt sie kieselsaures Kali.

Wenn man das auf diese Weise erhaltene kieselsaure Kalizu einem feinen Pulver zerstößt und unter beständigem Umrühren4 5 Stunden lang mit 400 Loth Wasser kocht, so löst essich vollkommen in dem Wasser auf, und kann nach hinläng-lichem Verdunsten des überflüssigen Wassers zu einer syruparti-gen Flüssigkeit gebracht werden. Als solche bildet sie auf Holzgestrichen einen glänzenden firnißartigen Ueberzug, der sich durchWasser nicht abwaschen läßt und das damit Ueberstrichenc vordem Verbrennen schützt.

14 *