Druckschrift 
Grundlehren der Chemie für Jedermann : besonders für Aerzte, Apotheker, Landwirthe, Fabrikanten, Gewerbtreibende, und alle Diejenigen, welche in dieser nützlichen Wissenschaft sich gründliche Kenntnisse erwerben wollen
Entstehung
Seite
137
Einzelbild herunterladen
 

137

ausgctrieben wird. Das Kali wird also an der Luftkohlensauer.

Ganz so wie dieses kohlensaure Kali verhalt sich die Pot-asche gegen die Salzsäure, indem sie denn auch ni chts wei-ter ist als ein kohlensaures Kali, das nur, wie esim Handel vorkommt, mehr oder minder mit fremden Salzenverunreinigt ist.

Das kohlcnsaure Kali wirkt wie das reine Kali auf diePflanzenfarben, cs färbt die rothen grün, die gelbe Curcumabraunroth, das durch Säuren geröthete Lackmus wieder blau.

Wenn man gewöhnliche Holzasche mit Wasser auslaugtund die klare Flüssigkeit bis zur Trockenheit versiedet, so erhältman das was man im Allgemeinen Potasche nennt. Woraus csbegreiflich wird, daß die Asche z. B. beym Bleichen, Seifen-sicdcn rc. die Stelle, der Potasche vertreten kann.

Nicht jede Asche ist gleich reichhaltig an Potasche. InTorfasche findet sich z. B- keine Spur. Pflanzen, welchenicht holzig sind, geben die meiste und die reichhaltigste Asche.Aus demsclbenGrundegeben Strauchcrmehrals Bäume, Blät-ter mehr als die Zweige, Zweige mehr als der Stamm. Vonallen bis jetzt untersuchten Pflanzen liefert der Wermuth diemeiste Potasche, nchmlich aus

1000 Loth Asche lassen sich748 Loth Potasche

durch Auslaugcn und Einsieden gewinnen. Eben so viel Aschevon Buchsbaum gicbt 78 Lothvon Eichenholz 111 Lothvon Fichtenholz 132 Lothvon Buchenholz 219 Loth,so daß es also ein Vorurtheil ist, wenn man glaubt, je härterdas Holz, desto reicher sey dessen Asche an Potasche.

Das kohlensaure Kali besteht, wie schon der Name sagt undwie bereits oben angedeutet ist, aus Kohlensäure und aus Kali,aber in welchem Verhältniß ? dicß läßt sich durch folgenden Ver-such ermitteln.