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Auch zum Blaufärben der Wolle hat man das eisenblau-saure Kali angewandt, und cs sind eine Menge Rezepte be-kannt gemacht, von denen das eine immer noch besser zum Zielführen soll, als das andere. Nach mehreren erhält man einschönes, sattes Dunkelblau, das aber auch auf der Wolle denFehler hat, der dieser Farbe überhaupt anklebt, daß sie in Be-rührung mit Laugensalzen verbleicht. SelbstHarnnimmtdicseFarbe hinweg. Es ist daher schwerlich zu glauben, daß dieseFarbe je den Indigo verdrängen werde, umsoweniger, daderIndigo weit mehr färbende Kraft besitzt, so daß sich mit demweit theureren Indigo dennoch wohlfeiler färben läßt als mitdem eisenblausaurcn Kali.
Der Seide, welche in essigsaurem Eisen gebeizt worden,ertheilt das cisenblausaure Kali eine sehr schöne blaue Farbe.Sie ist unter dem Namen Lien äs La^monä bekannt, besitztaber die zwar sehr auffallende, doch gerade nicht zu lobende Ei-genschaft, da schnell zu verbleichen, wo sie von den Sonnen-strahlen getroffen wird; so daß ein Damenüberrock oft nach einem2stündigen Spatziergang im Sonnenschein zur Hälfte weiß oderblaßblau, zur Hälfte dagegen dunkelblau erscheint. Das Merk-würdige hiebey ist, daß Dunkelheit die Farbe wiederherstellt, so daß man z. B. nach einem Ltägigen Hängen ineinem dunkeln Klcidcrschrank nicht im Stande ist, dem Kleideseine frühere Veränderung anzusehen.
Verbindung des Stickstoffs mit dem Chlor.
Ehe ich diesen Abschnitt schließe, muß ich noch eine merk-würdige höchst gefährliche Verbindung erwähnen, welche derStickstoff mit dem Chlor bildet. Es ist der Chlorstickstoff.Die Kenntniß desselben hat für uns weiter keinen Nutzen alsUnglück zu verhüten, welches er in den Händen der Unerfahr-nen anrichten kann.
Es könnte leicht jemanden einfallen, der dieWirkungen desChlors durch eigene Versuche kennen lernen wollte, es in dieAuflösung irgend eines Ammoniaksalzcs (z. B. des schwefelsauren,