Ammoniak mit Kohlensäure und Wasser in dem oben angege-denen Verhältnis) und heißt daher kohlensaurcS Ammo-niak. Es schmeckt scharf und atzend wie das reine Ammoniakund riecht auch so eigenthümlich wie dieses, nur alles in einemschwächeren Grade. Daher es auch seine sonstigen Wirkungenbesitzt, wie ich gleich anführen werde.
Im Großen wird dieses Salz aus Knochen- oder Hornspä-ncn erhalten, die man in einem eisernen Cylinder erhitzt. Esgeht in die Vorlagen eine bkaune Flüssigkeit über, woraus sichdas kohlensaure Ammoniak als ein mit Thieröhl verunreinig-tes Salz abscheidet.
Die Entstehung dieses Salzes durch Glühen von Knochenoder Horn ist so zu denken. In verschlossenen, eisernen Ge-fäßen erhitzt, erleiden die Bestandthcile der Knochen rc. eine Artvon Verbrennung durch den eignen Sauerstoff, der sich z. B- mitdem Kohlenstoff des Knochenleims zur Kohlensäure verbindet,Gleichzeitig treten nun der Stickstoff und der Wasserstoff dessel-ben Leims zum Ammoniak zusammen, das nun mit der zugleichentstandenen Kohlensäure sich verbindet und das kohlensaureAmmoniak darstellt, das gus der braunen Flüssigkeit, welchebcpm Dcstillircn der Knochen erzeugt wird, sich abfcheidet.
Man reinigt es durch Auflösen in Säuren, Abdam-pfen, Krystallisiren und Sublimiren mit 2 Thcilen Kreide,wo cs sich als eine schneeweiße Masse im Halse der Retortensammelt und so in den Handel gebracht wird.
Dieses Salz, welches man auch wohl Hirschhornsalznennt, bildet einen bedeutenden Handelsartikel und ist dahernicht selten mancherley Verfälschungen ausgesetzt, die zu kennendem Techniker wünschenswert!) seyn muß.
So kommt im Handel eine Sorte vor, die sehr fest undsehr hart ist, aber um die Hälfte weniger Ammoniakenthält als die lock re Sorte. Es wird vorzüglich inEngland und zwar dadurch gemacht, daß man die lockere Sortein gläserne Gefäße cinstampft und sie, mit kohlensaurcm Wasserbefeuchtet, in den Keller stellt. Unter diesen Umständen nimmt