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Grundlehren der Chemie für Jedermann : besonders für Aerzte, Apotheker, Landwirthe, Fabrikanten, Gewerbtreibende, und alle Diejenigen, welche in dieser nützlichen Wissenschaft sich gründliche Kenntnisse erwerben wollen
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eine rothe oder violette Blume halt, so nimmt dieselbe auf derStelle eine schöne grüne Farbe an. Gelbe Farbenz. B. Curcumä werden unter denselben Umstanden braun.Wenn man ferner Horn - oder Knochenspane in einer eisernenRöhre stark erhitzt, so entwickelt sich eine brauneFlüssigkeit die,gleichfalls mit gelöschtem Kalk erhitzt, einen Dampfgiebt, derrothe oder violette Blumen grün und Curcumä braun färbt.

Diese Farbenveränderung rührt von einem Stoff her, denman Ammoniak nennt und der indemHarn und der braunenFlüssigkeit, welche Horn- und Knochenspäne beym Erhitzen ge-ben, enthalten ist. Der Kalk scheidet ihn daraus ab. Dieser ver-einigt sich mit den Säuren, mit denen das Ammoniak im Harnrc. verbunden ist und trennt so das Ammoniak von ihnen. Ermacht es frey, wie man zu sagen pflegt.

Das auf diese Weise frey gemachte Ammoniak erscheint alsein färben loses Gas von einem äußerst starken, durch-dringenden Geruch und besitzt die merkwürdige Eigenschaft allenSäuren, selbst der Schwefel-und Salzsäure den sauren Ge-schmack gänzlich zu benehmen und mit ihnen Verbin-dungen zu bilden, die weder den Geruch des Ammoniaks nochden Geschmack der Säuren haben. Man nennt sie Ammo-niaksalze. Der bekannte Salmiak ist ein solches Salz.

Das Ammoniak besteht aus Stickstoff und Wasserstoff. Eskann künstlich aus beyden gebildet werden. Erhitzt man einGemenge aus

1 Theil Kali und20 Theilen Eisenfeile,

so erhalt man Wasserstoffgas. Erhitzt man ferner einGemenge aus

1 Theil Salpeter und20 Theilen Eisenfeile,

so erhalt man Stickgas. Mischt man dagegen beyde Ge-menge zusammen oder erhitzt man1 Theil Kali,

1 Theil Salpeter und40 Theile Eisenfeile,