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gas, die in 100 Maaßen Luft enthalten waren; ihnen sind die21 Maaße Sauerstoffgas, die vom Schwefeleisen eingesogenwurden, entzogen worden. Hieraus folgt, daß 100 MaaßeLust (abgesehen von der Kohlensäure) aus 21 Maaß Sauer-stoffgas und 79 Maaß Stickgas bestehen.
Das Stickgas hat keine Wirkung auf die Metalle. Läßtman z. B. erhitztes Kupfer oder Eisen in Stickgas erkalten, soläuft ihre blanke Oberfläche nicht an, wie es im Gegentheil imSauerstoffgas und Chlorgas geschieht (S. 87.). Dieß Ver-halten kann daher dazu dienen, um zu erfahren, ob das Stick-gas rein scy. Namentlich bewirkt schon ein sehr kleiner Gehaltan Sauerstoffgas das Anlaufen einer blanken Eisenfläche.
Verbindungen des Stickstoffs mit dem Sauerstoff.
Dadurch daß das Stickgas unentzündlich und unvcrbrenn-lich ist, hat es Aehnlichkeit mit dem Chlorgas, so wie es auchwie dieses sich nur dann mit Sauerstoff verbindet, wenn es mitPotasche oder Kalk rc. und Wasser in Berührung ist. Unterdiesen Umständen entsteht dann ähnlich der Chlorsäure (S. 78.)eine Stickstoffsäure, die allgemein unter dem Namen Sal-petersäure bekannt ist.
Wenn der Stickstoff, welcher im Fleisch, im Kothund an-deren thicrischen Erzeugnissen noch in fester Gestalt enthalten ist,mit Wasser, Kalk und Luft in Berührung kommt, so saugt eraus der Luft den Sauerstoffein und wird zur Salpetersäure.Diese Salpetersäure wird von dem gleichzeitig vorhandenen Kalkausgenommen und bildet salpetersaurcn Kalk, der ausgelaugtund mit Potasche vermischt den Salpeter giebt.
In den s. g. Salpeterplantagen und sonst überall wo kalk-haltige Erden mit thierischen Abfallen der Einwirkung der Luftausgesetzt sind, z. B. in den Viehställen erfolgt diese Salpeter-säure-Bildung in oft bedeutend großer Mengeund wird nament-lich in warmen Ländern die Salpeterbcreitung fabrikmäßigbetrieben.