Der Gebrauch dieser Tabelle ist derselbe wie ich ihn bei derTabelle sür die Schwefelsäure (S. 55.) angegeben habe. Beyeiner jeden Zahl, welche die Eigcnschwere ausdrückt, ist auchdas Mischungsgewicht angegeben. So hat z. B. die Säurevon 1,200 dieZahl 89,21 unddievon 1,050dieZahl360,38bey sich, was nichts weiter heißt, als daß in 3 60^4»'Loth einer '
Salzsäurevon 1,050 Eigenschwere geradedicselbeMengeSäureenthalten ist, als in 89^ß^ Loth einer Säure von 1,200 Ei-gcnschwere, daß man also mit 89^H^-Loth der crsteren Säuregerade so viel ausrichtet, als mit 360^^-H- Loth der letzteren.
Ein Beyspiel wird dieß deutlich machen. Eine Silbcrauf-lvsung in Salpetersäure wird durch Zugießen von Salzsäurevollkommen zersetzt, indem sich nehmlich die Salzsäure mit demSilberoxyd zu einer unauflöslichen Verbindung, dem Horn-silbervereinigt, das in weißen käsigen Flocken niederfällt.Nimmt man nun 2 Gefäße und gießt in das eine 89^^- Lothvon der Salzsäure von 1,200 Eigenschwcre, in das anderedagegen 360^H Loth der anderen Säure von 1,050 Eigen-schwere und bringt nun in beyde Gefäße so lange salpetersaureSilberauflösung, als noch ein Niederschlag erfolgt, sondcrtbeydeNiederschlage durchs Filtriren, trocknet und wiegt sie, so wirdman finden, daß sie beyde gleich schwer sind,also beyde Säuren gleich viel Silber niederge-schlagen haben. Hieraus folgt, daß 36O^H-Loth einerSäure von 1,050 Eigenschwere nichtmehrSalzsäureenthalten,als 89^^-Loth einer Saure von 1,200 Eigenschwcre.
Dieß Verhalten der Salzsäure gegen das Silber macht siezu einem Mittel, die Gegenwart desselben in anderen Metallauf-lösungen zu erkennen, und eben so es von anderen Metallen zutrennen? Das Silber wird nehmlich, wenn es sich z. B. mit >Kupfer oder Eisen zusammen in einerAuflösung befindet, durcheinen Zusatz von Salzsäure abgeschieden und fällt als weißerNiederschlag zu Boden.
Beym Auflösen von Zinn, Zink rc.in Salzsäuren von ver-schiedener Eigenschwere richtet sich die anzuwendende Menge gleich-falls nach der Eigenschwere der Saure. (S. Schwefels. S. 55.)